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Geschichte zur Elbspitze.de


 

Geschwindigkeitsrausch, Endorphin-Flash, Hochs und Tiefs, grandiose Kulissen und die Einsamkeit der Landstraße, die Gründe des Rennrad fahrens sind weit gefächert, ganz abgesehen von echten Renneinsätzen, was aber die wenigsten von uns bis jetzt betrieben haben, aber viele von uns haben dieses Streben nach körperlicher Höchstleistung, perfectio corporis, im Hinterkopf.

 

Was sind die großen Ursprünge des Radsports ?
Sollte man sich der Ursprünge besinnen?

 

In Gedanken bei den ersten großen Rundfahrten, Tour de France 1926, 17 Etappen mit fast 338 km im Schnitt. Man fragt sich sofort, liegt das Wesen des Radsport nicht in der heute sogenannten "Langstrecke" ?

 

Das Fahrrad als Transportmittel, welches damals noch am Beginn der technologischen Entwicklung stand. Heute treibt der Sport überall sein Unwesen, seine traurigen Auswüchse sind auch in naher Vergangenheit bekannt geworden, es bleibt die Hoffnung des Breitensports.

 

Mehr noch, die Langstrecke ist nicht in der Hand namhafter Profis, ich denke, auf der Langstrecke kann man auch als Amateur beeindruckende Leistungen erbringen, denn die Langstrecke stellt ganz besondere Fähigkeiten an den Fahrer, die ein Profi nicht unbedingt besitzt.

 

Perfectio aminae, die bestmögliche mentale Stärke ist der halbe Schlüssel zum Erfolg, wenn es um das Ankommen geht, und die Stärke kann jeder Aufbringen.

 

Fichkona hat eindrucksvoll demonstriert, wie man aus eine Idee eine Breitensportveranstaltung entwickelt. Die Streckenlänge von rund 600 km ist in etwa das, was man innerhalb eines Tages mit dem Velo erreichen kann, man benutzt das Fahrrad als Transportmittel, um ans Meer zu gelangen, ja um Baden zu fahren. Einige von uns sind die Fichkona bereits gefahren, mich selber hielten die Aussicht auf viel Flachland und die weniger große Herausforderun davon ab.

 

Die Elbspitze ist prinzipiell Fichkona nach Süden, statt ans Meer geht es ins Hochgebirge. Auch wir folgen dem Verlauf großer Bundestraßen, um möglichst energiesparend und ohne Orientierungsprobleme zum Ziel zu gelangen, hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten garantiert. Auch bei uns ist nicht nur der Weg das Ziel, sondern das Ziel selbst.

 

Das Ziel ist im Fall der Elbspitze , von der Heimat aus einen der hochkarätigsten Anstiege der Alpen zu erreichen und zu bezwingen. Ein Blick in die Bergliste verrät sofort, welche Anstiege das sind: die Edelweißspitze der Glocknerstraße, Kitzbühler Horn... beides noch weniger als 600 km von Dresden entfernt, wenn man will, kann man das in 24 Stunden schaffen. Man kann auch noch weiter fahren: Hirschbichlalm, Tiefenbachferner, Oscheniksee oder gar der Speikkogel.

 

Im ersten Versuch erkor ich die Edelweißspitze als Objekt der Begierde, denn sie ist nicht so brutal wie das Kitzbühler Horn. Außerdem wollte ich mir offen halten, wirklich 24 Stunden zu schaffen, das klingt schließlich gut. Tolle Erinnerungen verknüpfte ich mit der Edelweißspitze: 2004 fuhr ich sie als 16-Jähriger erstmalig am fünften Tag einer Etappenfahrt, es war fantastisches Wetter und der Anstieg von Radlern in Besitz genommen, so etwas hatte ich noch nie gesehen. Ich hatte einen extrem guten Tag und egalisierte mit 1:43:30 und Taschen meinen damaligen Durchschnittsleistungsrekord von 275 W, diesmal aber hier über 1750 HM, und nicht am Mückentürmchen. 2007 dann ganz anders: Wir rollten erst am späten Nachmittag in den Anstieg, es war kühl, und in den freien Serpentinen des oberen Drittel prügelt der Orkan den Tacho tief in den einstelligen Bereich ... welch Leidenschaft, Unsterblichkeit!

 

 

 

 

2008 lernte ich bei www.cielab.org, einem regional aufgestellten Dresdner Radsportforum, eine Hand voll Radler kennen, die sich auf Marathons eingeschossen hatten, die Legendären Dresdner Marathonösen (so nennt sich die Truppe mittlerweile). Die mit diesen Weggefährten erfahrene Gruppendynamik brachte allerhand fantastische Touren hervor, sodass ich mich bereit fühlte, die Idee der Elbspitze, die seit dem Winter 07/08 in mir ausbrechen wollte, zu zähmen und in die Tat umzusetzen. Thomas hatte damals leider keine Zeit, Steffen (MisterX) auch nicht, und Alex bekam es kurz vor Start mit der Angst zu tun, aber irgendjemand musste ja auf Jungfernfahrt aufbrechen. An der Pikardie in Dresden wurde ein letztes Startfoto gemacht und relativ pünktlich 14:15 Uhr ging es los, allein, Zeitfahraufsatz montiert, mit meinem guten alten Stevens Stelvio, dem ich noch 3 Wochen zuvor den Rahmen schweißen lassen musste ... es bahnte sich an, dass dieses Rad nicht in die Alpen wollte.

 

Die erste Elbspitze endete nach 60 km gegen 16.15 Uhr in Dubi, der Vorfahrtfehler eines Autofahrers in der Abfahrt bescherte nicht nur meinem Rad den 3-fachen Rahmenbruch, sondern mir selbst 5 Knochenbrüche und die üblichen Hochenergieverletzungen, wie Schleudertrauma und Brustkorbprellung.

  

Die Wunden verheilten wieder gut, der Körper ward wieder 100%ig leistungsfähig, es blieben einige ab und an schmerzende Knochen und der Traum von der Edelweißspitze. Ein Radwrack in meinem Zimmer erinnert mich heute an den Vorfall damals, Unsterblichkeit wird einen nicht geschenkt.

Aber ablassen von Visionen und Herausforderungen kann nicht die Antwort auf Schicksal sein, Resignation und Anspruchslosigkeit sind nicht die Dinge, die Gesellschaften und Individuen vorantreiben.

 

Die Radsportgemeinde stand mir in der Zeit bei, und die Idee der Elbspitze wurde populärer.

 

 

 

Es kam also, wie es kommen musste: Schon im Herbst des gleichen Jahres wurden die Pläne für die Elbspitze 2009 geschmiedet, es sollte die perfekte Tour werden, es war alles angerichtet. Die Elbspitzler, wie wir schon vor der ersten geglückten Fahrt genannt wurden, hatten sich im Frühjahr intensiv vorbereitet.

 

Die Elbspitze 2009 wurde eine Triumphfahrt, wie ich sie noch nie erlebte hatte. Das Team war bestens zusammengewachsen und brachte trotz der widrigen Bedingungen fast alle Starter auf den Gipfel, der bei 2°C in frisches weiß gehüllt war. Die Eindrücke sind bestens im Gedächtnis abgespeichert, es war ein echtes Schlüsselereignis für uns alle.

 

Zwar waren Teamintern zunächst Zweifel, ob es sinnvoll sei, auf einer derart selektiven Strecke auch für neue Gesichter diese Fahrt anzubieten, aber wir denken, das es genügend unter euch gibt, die den Herausforderungen gewachsen sind. Die sportlichen Vorraussetzungen lest ihr im Anmeldeformular.

 

2010 wird das Ziel das Stilfser Joch sein. Die Königin unter den Alpenstraßen bietet maximale Höhenunterschiede in traumhafter Kulisse und ist dabei nicht so schwer wie andere Anstiege.

 

 

 

Die Saison 2010 hat begonnen ...

Lasst uns gemeinsam Großes bewegen! 

 

 

 

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