Strecke 2009: Dresden - Edelweißspitz, 591 km, 7050 HM, FINISHED
Die Elbspitze 2009 war die zweite Pionierfahrt, und diesmal glückte das Unterfangen für fast alle Starter. Als Strecke war die gleiche wie 2008 angesetzt. Berichte zur Elbspitze findest du im Archiv.

|
Steigungsdiagramm 2009, wesentlich harmloser als 2010 |

|
Bis fast zum Ruselabsatz folgte die Route 2009 der von 2010. Ab dann über Eggenfelden, Altötting, Traunstein und Schneizelreuth nach Zell am See, von wo aus die Edelweißspitze der Glocknerstraße unter die Räder genommen wurde. |
Dechavue Edelweißspitze oder auch 1 Woche en velo in den Alpen (18.07. - 24.07.)
Seit langem war klar, dass Jens, Enno, die beiden Alexe und Thomas gemeinsam in den Alpen Rennradurlaub genießen wollten. Nur eines war unklar. Bei den geplanten bösen Anstiegen (Mt. Zoncolan, Großer Oscheniksee, Weißsee, Kitzbühler Horn) waren wir uns nicht sicher ob die für das Mittelgebirge ausgelegten Entfaltungen unserer Antriebe auch für die berüchtigsten Alpenmonster ausreichen und wenn ja, ob unsere Kräfte ausreichen, jeden Tag aufs Neue zu bestehen. Aus reiner Vorsicht wurde daher erstmal eine Bergkassette 13/29 bestellt. Am Freitag unserem Abreisetag dann das Grübeln. Braucht man sowas ? Das sieht doch alles kindisch aus ? Wir müssen doch auch so klar kommen, die Profis fahren Standard. Hin und her ging die Entscheidung. Mal ja mal nein, immerhin sieht ein 29er auf einem Aero-Carbonlaufradsatz schon etwas bescheiden aus. Schließlich am Freitag im bike24 in Dresden beim Anschauen des Pizza-Kettenritzels die von mir rein optisch (entgegen der Vernunft) geprägte Poser-Entscheidung weiter auf 34/25 zu setzen, während dessen die weitere Compact-Fraktion auf 34/27 (F-Alex) bzw. 34/29 (Jens/Enno) und 36/28 (O-Alex) setzten. Ergo meine bestellte Bergkassette blieb im Laden. Jens gab die 40 Euro aus.
Tag 1:
An unserem ersten Tag hat es im Salzburger Land bei 5 Grad mit Dauerregen und ab 1.200 m ü. NN Schnee gegeben. Was tun ? Wir haben dieses Wetter genutzt und sind gleich zum Plöckenpass (Grenze AUT/ITA) gefahren und haben uns dem Mythos Mt. Zoncolan über die schwere Seite von Ovaro gewidmet. Alle waren schon ordentlich aufgeregt, haben doch dort so harte Fahrer im Profizirkus versagt und kamen doch nur die Stärksten durch. Was sollten wir Hobbyfahrer dort nur erleben, welche Qualen standen uns bevor ?
Die Schinderei beginnt in Liaris, ab diesem Ort gewinnt man auf einer Länge von nur sechs Kilometern sage und schreibe 900 Höhenmeter. Das bedeutet, es gilt eine Durchschnittssteigung von 15 % zu bewältigen. Wer solche Steigungen schonmal mit dem Renner probiert hat, weiß wovon ich spreche. Der Zoncolan ist heilig, aber nicht so hart, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Irgendwie treibt einen der überdimensionierte Adrenalinspiegel im eigenen Körper unvermindert an. Atemberaubend dabei ist die Giro-Atmosphäre, alles voller Tafeln und Schilder bedruckt mit den ganz Großen des internationalen Radsports. Die Straßen bemalt mit Ricco, Gibo, Pantani und Co.. Doch nun zu uns. Noch in Liaris, im letzten flachen Stück, unternahm unser O-Alex gefolgt von Enno den finalen Fluchtversuch. Ist es doch eine Menge wert am Zoncolan zu triumphieren. Aber der Berg ist gemessen an der Steigung extrem lang und darf nicht unterschätzt werden. Dennoch war meinerseits Eile geboten, nur nicht den Anschluss verlieren Thomas beriet mich der Janko. Hinterher. Noch in der ersten bösen steilen Rampe wurde kurzer Hand der O-Alex gestellt, er hatte bereits sein Pulver verschossen und es war alles geschaltet, was das Getriebe hergab und dennoch war es zu wenig. Geschlagen für heute. Enno habe ich dann kurz darauf beim Stöhnen ala Monica Seles erwischt und kurz nach O-Alex hinter mir gelassen. So ging es fortan alleine weiter auf dem Weg zur Passhöhe. Oben als es einfacher wird, bei den kleinen 3 Tunneln wurden noch 2 ital. Pedalleure freundlichst stehen gelassen und danach stolz angeschlagen direkt neben dem Siegerschild von Gilberto Simoni aus 2007 (Saunier Duval). Vier Minuten nach mir traf schon Enno ein, weitere sieben Minuten später unser O-Alex. Eine starke Leistung der Stockerlmannschaft. Jens und F-Alex sind mehr als 20 min. später eingetroffen, haben aber auch mehrmals zur Fotopause gestoppt. Die Abfahrt vom Zoncolan genossen alle außer O-Alex, der sich einen Platten abholte. Nach Erreichen der Passhöhe auf dem Plöckenpass und Pasta beim Italiener ging es wieder ins Salzburger Land, wo es nach wie vor in Bindfäden regnete. Für den ersten Tag also alles richtig gemacht und einen echter Gradmesser mit 83 km und 2750 Höhenmetern absolviert, aber es sollte noch deutlich härter kommen.
Tag 2:
Zell am See - Mittersill - Pass Thurn - Kitzbüheler Horn - Fieberbrunn - Hochfilzen - Saalfelden - Zell am See (155 km / 2900 Hm)
Von Zell am See fuhren wir zunächst etwas relaxed nach Mittersill, wo es nach dem Einbiegen in den Pass Thurn einen konsequenten Angriff durch Enno zu bestaunen gab, O- Alex ist aus letzter Position fahrend sofort nachgestiegen und hatte die Lücke schnell geschlossen. Dennoch Enno gewinnt am Pass Thurn gefolgt von O-Alex und F-Alex. Jens und ich haben Kräfte gespart, schließlich stand mit dem Kitzbühler Horn der zweite schwere Gradmesser direkt vor der Tür. Nach Dönerpause in Kitzbühel bogen wir ein in die Panoramstraße kurz vor dem Ortsausgang in Richtung St. Johann. Vor reichlich einer Woche haben hier die Profis bei der Österreichrundfahrt Station gemacht. Mit einer Durschnittsteigung von 11% schraubt sich die von wenigen Autos befahrene und herrlich in den Berg eingebettete Bergstraße von 700 m ü. NN in Kitzbühel auf exakt 2.000 m ü. NN bis zum Gipfel. Das zweite Mal dieses Jahr ging es hinauf zum ORF-Sendeturm, wie am Vortag sah ich mich den verzweifelten Fluchtversuchen von O-Alex und Enno ausgesetzt, ich musste mich wieder sputen, ist doch das Kitzbühler Horn ein Anstieg für dessen Sieg es sich lohnt zu kämpfen. Warum können die beiden da vorne nicht einmal langsam angehen, so wie ich es gern würde. Nein. Also wieder Grundlagenschmerztraining für die nächsten 60 Minuten. Janko rief mir zu: "Zieh durch du Sau und hole das Gold". Gefühlt war das Horn mal wieder schwerer als der Zoncolan. Es ist einfach rampiger, es war wieder heiß und nach oben hin wird es immer steiler. Am Alpenhaus, der offiziellen Messung habe ich meine Zeit von Himmelfahrt um fünf Minuten verbessert. Noch aber standen 300 Hm aus bis ganz nach oben und die haben es mit über 13 % Durchschnittssteigung in sich. Angekommen. Endlich die Aussicht auf den Wilden Kaiser, den Hahnenkamm, die Hohen Tauern, die Berchtesgadener Alpen und das Steinerne Meer genießen. Die Wertung. Analogie des Vortages, nur Enno hat heute sieben Minuten kassiert. O-Alex wieder nur mit elf Minuten Rückstand gewertet. Der Kerl ist gut, ich dachte es gibt deutlich mehr. F-Alex diesmal am Innehalten und Jens ein paar Minuten dahinter. Auf dem Heimweg -es war spät geworden, da Alex wieder einen Platten hatte- folgte ein wahnsinnig schneller Ritt über den Grießenpass. Einer Attacke folgte die Nächste. Nicht aufstecken Jungs. Die 75 km werden nicht gebummelt, wir fahren schließlich Rennrad würde campyonly sagen. Einer Attacke von Enno geschuldet, spaltete sich das Peloton. Nach einer Spitzenbelastung von Jens findet er nochmal Anschluss an das Führungsduo Enno und Thomas. Das Trio zieht durch und brummt den Alexen einige Minuten bis nach Hause auf. Straßenradsport wie im Lehrbuch. So machts Spaß.
Tag 3:
Bis auf O-Alex haben wir alle unseren Ruhetag mit einer ca. 600 hm-Wanderung zur Enzianhütte und anschließendem Badespaß im Zeller See genossen. O-Alex derweil hatte keine Ruhe, er trainiert in Blöcken, um seinen Zielen (IronMan und mich irgendwann am Berg zu vernaschen) näher zu kommen. So spulte er an diesem Tag unermüdlich 170 km mit 22,8er Schnitt und 2800 Hm inkl. dem Glockner von Heiligenblut aus ab. Fahrstrecke war Zell-Bad Gastein-Tauerntunnel per Bahn-Winklern-Heiligenblut-Zell.
Tag 4:
Königsetappe Glockner Hochalpenstraße es wird jeder Kilometer vermessen (98 km / 3815 Hm / 20,0 km/h der Spitzenwert)
Begonnen hat unser härtester Tag mit einem Bergzeitfahren von der Embachkapelle zur Edelweißspitze in umgekehrter Reihenfolge der bisherigen Platzierungen am Zoncolan und am Kitzbühler Horn. Insgesamt 1700 Hm waren auf 19 Kilometer Strecke bei diesem Test im Spitzenbereich abzuspulen, davon träumt die Tour de France. Gestartet wurde in Fünf-Minutenabständen. Als erster Jens, dann F-Alex, O-Alex, Enno und Thomas. Es war viel los am Berg. Unzählige Pedalleure wurden überholt bis der erste Elbspitzer näher rückte. O-Alex wurde in etwa bei Halbzeit des Rennens passiert, er war vermutlich aufgrund des fehlenden Ruhetages in schlechter Verfassung. Enno und Jens passierte ich kurz hinterm Fuscher Törl. Das Ergebnis. 90 min. für Thomas, 97 min. für Enno, 99 min. für F-Alex, 112 min. für Jens und 113 min. für O-Alex. Welch ein Fest. O-Alex war nicht in Feierlaune, hat er doch für seine Ansprüche keine gute Leistung abgeliefert. Der Rest aber sehr zufrieden und gewillt weiter am Glockner zu bestehen. Weiter gings nach Stärkung übers Hochtor (2.507m) nach Heiligenblut (1.308m). Dort waren inzwischen 36 Grad Hitze auf dem Quecksilber abzulesen. O-Alex hatte sich aufgrund der Angst vor weiterem Ungemach in der schnellen Abfahrt von einem Auto den Berg herunter fahren lassen, welche Schande :-). Kurze Pause und wieder auf zur Franz-Joseph-Höhe (2.362m). O-Alex uns noch ach: "Jungs bissl ruhiger". Aber nix da es geht volle Kanne, wer nicht hören will soll fühlen. Macht sich doch der fehlende Ruhetag bemerkbar ? An der Franz-Joseph-Höhe dann die Gewissheit nur ca. 10 min. Polster auf F-Alex (Glückwunsch, Du bist der Beste). Enno und O-Alex kommen eine halbe Stunde später an, völlig im Eimer die beiden. Es ging aber noch nicht in die Kojen sondern wieder zurück zum Hochtor, denn man war ja längst noch nicht am Ziel. Noch trennten den Tross reichlich 1.000 Hm von der ersehnten Abfahrt am Fuscher Törl zur Unterkunft. Aber auch das wurde von allen irgendwie gemeistert. Allein ab/an Embachkapelle waren bei mir 98 km mit 3815 Hm und einem Stundenmittel von 20,0 km/h und beim BZF eine 280W-Leistung im Schnitt abgespult worden. Mein leistungsseitig bester Tag der Woche.
Tag 5:
Zell - Saalfelden - Filzensattel - Dientener Sattel - Bischofshofen - Hallein - Rossfeld - Berchtesgaden - Hirschbichl - Weißbach - Zell (180 km / 3.000 Hm)
Gleich wieder strenge Attacken durch F-Alex und mich hinter Maria Alm in Richtung Hinterthal. Aufgrund einer Baustellenampel aber fuhr wieder alles zusammen. Enno attackiert am Filzensattel. Unermüdlich er versucht es immer wieder, aber noch ohne Erfolg, wieder nur 2. Platz :-) ... O-Alex angeknockt fährt direkt an uns vorbei in die Abfahrt und sieht uns nicht am Wegesrand sitzen. In der Abfahrt nach Mühlbach hat er wieder Platten. Lass doch einfach mal die Bremse los. Duch diese Reifenpanne verloren wir ihn aus unseren Augen. Ab da drehte er fortan allein seine Tour. Jens kürzte in Bischofshofen ab und fährt über St. Johann zurück nach Zell zum Baden. Er ist eben kein kein Bergfloh.
Enno, F-Alex und ich ziehen durch. Ab Bischofshofen geht es talwärts über Golling nach Hallein (kurz vor Salzburg). Hinauf nach Bad Dürrberg und in Oberau biegen wir links auf die Rossfeldstraße, die schönste Alpenstraße Deutschlands -ich glaube es auch- ein. Ca. 1.000 Höhenmeter waren zu absolvieren ab Hallein. Abfahrt nach Berchtesgaden mit Blick zum Kehlsteinhaus, Deutschlands zweitschwersten Anstieg nach dem Nebelhorn. Dann in Berchtesgaden den thronenden Watzmann stets im Blick links weg nach Ramsau/Hintersee und über das Hirschbichl zurück nach Österreich fahren. Krasse 29% waren in einer Rampe zu meistern und auch sonst schwierige Verhältnisse auf dem Weg nach Weißbach bei Lofer. Zum Glück nicht andersrum gefahren :-) denn ab Weißbach nach Berchtesgaden ist es deutlich schwieriger. Das Hirschbichl holt der Enno, sein erster großer Sieg in dieser Woche. Endlich haben alle Ruhe und Enno gibt sich zufrieden. Nein natürlich nicht, sonst wäre es ja kein Enno. Wieder krasse Rückfahrt mit 40 Klamotten von Weißbach nach Saalfelden und eine entscheidende Schlussattacke durch Janko am Ortseingang Saalfelden. So war ich als erster am Leberkäsestand. O-Alex kam ca. 30 Minuten nach uns daheim an. Er hatte an diesem Tag das Hirschbichl ausgelassen und war mit 203 km den weitesten Turn gefahren, aber auch total im Eimer. Während alle abends dem Sonnenuntergang zusahen und beim Schwatzen das Bierchen und die Kippe genossen, schlief O-Alex bereits. Er hatte alles gegeben und aß des nachts geschätzte 3 Tüten Haribo.
Tag 6:
Zell - Mittersill- Wald - alter Gerlospass - Krimmler Wasserfälle - Mittersill- Zell (141 km / 1500 Hm / 30,6 km/h)
Alles wie gehabt, Janko siegt vor Enno, Jens, F-Alex und O-Alex, aber alle waren wir total schlecht am Anstieg. Wahrscheinlich hat uns der heißeste Tag des Jahres mit bis zu 46 Grad Celsius vehement die Show gestohlen. Rückzu aber wieder böse Attacken an kleinen Wellen zwischen Mittersill und Zell mit dem Ergebnis das der AstanaMan die Tour verliert. Jens das war eine starke Leistung, weiter so. Das Bad im Zeller See haben wir uns alle redlich verdient.
Tag 7:
Ennno wollte es nochmal wissen, Janko muss man angreifen. Also trotz Abreise nochmal was probieren. Frühes Aufstehen und ab 06:15 Uhr im Sattel und ab nach Fusch. Nochmal ein Dechavue an der Edelweißspitze. Für mich bereits der 5. Sturmlauf dieses Jahr am Mythos Edelweißspitze. Gleich an der Embachkapelle gings los. Enno meinte, er müsse jetzt schneller fahren und attackierte mich. Wesentlich schneller war er nicht, aber es reichte aus, um erstmal eine Lücke von 30 - 50m zu reißen. Ich bin meinen Stiefel weiter gefahren, das Herzkreislaufsystem hatte kapituliert, die Herzfrequenz dümpelte bei etwa 150 - 160 Schlägen je Minute herum, die Beine zwickten, dennoch wurden mehrere Radler überholt. Aber ich habe mich dennoch fast nicht aus der Ruhe bringen lassen von Ennos Vorsprung. Immerhin kenne ich den Berg sehr gut und weiß, dass er sehr lang und hart ist und insbesondere böse wird, wenn man ihn nicht respektiert. Ennos Bestrafung folgte auf dem Fuß. Nach Ferleiten noch vor Kehre 1 war Schluss mit der eingeläuteten Flucht. Enno wurde heldenhaft vom Keulenmann niedergerungen und ist passiert worden. Meine Zeit oben auf 2.571m ü. NN war 98 min, Enno hatte 13 min. länger benötigt. Wieder ordentliche Zeiten. Unsere drei Kollegen zogen es vor zu schlafen, als wir 6:15 Uhr starteten zum I-Tüpfelchen der Tour. Dennoch es hat höllischen Spaß gemacht mit Dir Enno und der Berg gehörte an diesem Morgen den Radfahrern fast allein. Die bislang schönste Auffahrt zu Familie Lederer.
Fazit:
Großer Sport mit Lust auf mehr. Ein tolles Team waren wir und jeder hat für sich individuell gesehen tolle Leistungen gebracht. Insgesamt wurden ca. 800 km mit 15.000 Höhenmetern in 6 Tagen eingesammelt und nun weiß auch ich, dass die Dresdner Grundstraße in Sirkos Bergliste definitiv nichts zu suchen hat. 34/25 reicht aus in den Alpen, selbst an den berüchtigten bösen Rampen des Hirschbichls war eine Schiebeeinlage nicht notwendig geworden. Großer Dank an die Familie für die unermüdliche Toleranz immer wieder so eine lange Leine zu bekommen. Danke Johanna für die Unterkunft und die Muse täglich 5 Stinktiere im haus zu empfangen. Edelweißspitze ich komme wieder, du hast mich fest in deinen Bann gezogen. Wir sehen uns spätestens zur Elbspitze 2010.
Fotos
Thomas
Dresden - Cerna Hora/Riesengebirge - Dresden (437 km)
Offensichtlich hatten die Jungs immer noch nicht genug - dachte ich mir - als in der Woche nach der Elbspitze lass, dass es am 5. Juli ins Riesengebirge und zurück gehen so und am 17. Juli die Rad-Urlaubs-Anfahrt in die Alpen mit dem Rad erfolgen sollte. Vor allem aufs Riesengebirge - diesmal hoffentlich bei schönerem Wetter als zu unserer Pfingsttour - hatte ich sehr viel Lust ...
Pünktlich um fünf starteten Thomas, FAlex und ich (OAlex) am Blauen Wunder. Über Pillnitz, Pirna, Königsstein, Bad Schandau kamen wir bis zur D/CZE-Grenze sehr gut voran. In Hrensko stand dann der erste kleinere richtige Anstieg aus dem Elbtal in die Böhmische Schweiz an. Ich nahm mir vor schön entspannt im GA-Bereich hoch zu rollen, woraus natürlich nichts wurde. Gegenseitig puschten wir uns - so dass wir das Elbtal förmlich hoch flogen. Bis kurz vor Liberec ging es nun weiter wellig dahin, wo unsere erste Rast erfolgte. Nach Liberec ging es ins Isergebirge. Den Anstieg - einige hundert Höhenmeter aber nicht sehr steil - fuhr ich von vorn. Da keiner etwas sagte und alle fein an meinem Hinterrad dranblieben - steigerte sich das Tempo wieder gen TdF-Bergwertung, so dass ich froh war als wir oben waren. Das selbe Spiel wiederholte sich beim Anstieg vom Übergang des Iser- zum Riesengebirge. Kurz vor Vrchlabi (Hochelbe) machten wir dann unsere zweite Rast. Beeindruckend tat sich das Cerna Hora Massiv vor uns auf. Etwa auf halber Strecke zwischen Vrchlabi und Pec ging es dann nach links in den etwa zwölf Kilometer langen Anstieg, der bei der Friedensfahrt mehrfach Bergankunft gewesen war und Tschechiens Nummer drei in der Bergrangliste darstellt. FAlex lies noch vor Janske Lazne reisen. Ich versuchte tapfer an Thomas Hinterrad bei knapp unter Zwanzig dran zu bleiben. Bei etwa 800 m üNN meine siegte meine Vernuft (oder der Schmerz) und ich fuhr 5 Pulsschläge tiefer und 1-2 km/h langsamer mein eigenes Tempo weiter, da ich vor allem an die Rückfahrt dachte. Je weiter es nach oben ging, desto steiler wurde es. Die letzten etwa 300 Höhenmeter ging es bis zu 25 Prozent nach oben. Alle Radler an denen ich vorbei fuhr schoben und waren wahrscheinlich noch kaputter als ich. Auf der Spitze - der mit einem Fernsehturm ähnlich dem des Jeschkens bebaut ist, warte Thomas. Etwa zehn Minuten später kam auch FAlex. Nach kurzem "Innehalten" und einem Foto ging es wieder bergab.
In Vrchlabi waren alle froh, dass wir uns Stärken sowie Getränke auffüllen konnten. Thomas und FAlex wollten sich in Mimon von Jens mit den Auto abholen lassen. Mir ging es wahrscheinlich vergleichweise noch sehr gut. Zudem hatte ich mich auch im Kopf auf eine evtl. Ankuft im Dunkeln eingestellt. Die Strecke Rückzu ging über Jicin bis kurz vor Mlada Boleslav. Etwa 35 Kilometer vor Mimon verabschiedete ich mich bei Thomas und FAlex. Der Wald vor Mimon, wo es immer leicht bergan ging, wollte nicht enden. In Mimon schlug ich mir nocheinmal mit leckeren tschechischen Hörnchen den Bauch voll. Kurz hinter Mimon fuhr Jens mit FAlex und Thomas im Gepäck an mir vorbei und steckte mir noch zwei Bananen zu. Konsequent versuchte ich mein Tempo trotz mässigen Gegen- bzw. seitlichem Wind von vorn über 30 zu halten und jede Welle gut wegzudrücken. Dies gelang mir überraschend gut bei sogar oftmals an die 40 km/h. Im nu war ich in Ceska Lipa und Decin. Noch im Hellen erreichte ich Bad Schandau. Dort montierte ich mein Licht und fuhr nun auch die beiden letzten kleineren Anstiege nach Bad Schandau und Königstein schön flüssig hoch und freute mich, dass ich bald in Pirna und in Dresden am Blauen Wunder war. Nach 437,3 Kilometer mit 28,9 km/h war ich glücklich und zufrieden.

| | 
| | 
|
Fernsehturm auf der Cerna Hora 1299 m üNN | | FAlex, Thomas und OAlex on the Top | | OAlex beim Training auf dem Jerebina |
Elbspitze 2009 (von Sebastian)
Die Vorwoche:
Der letzte vergleichsweise einfache Marathon, die vom Regen gestoppte Fahrt zum Brocken, lag nun schon eine gute Woche zurück und jeder, Ausschau haltend nach möglichen Wehwechen, wartete auf den großen „Tag X“. Während mir und Thomas auf unerklärliche Weise (vielleicht war es die Krupkarunde der Vorwoche) das Knie anfing zu schmerzen, holte sich Sirko, vermutlich rein vom Anblick der für Freitag und Samstag bei wetter.com prognostizierten Regenwolken eine Erkältung. Monate lang andauernde Motivationstiefdruckgebiete wurden von ihm angekündigt, so dass wir aufgeschreckt alle mehr oder weniger pessimistisch jeden neuen Fingerzeig der Wetterfrösche im Netz registrierten.
So verging die Woche im Flug und jeder war im Geiste schon auf dem von ihm am meisten gefürchteten Streckenabschnitt unterwegs, ich also bei Nacht und Dauerregen in Bayrisch Holland gen Traunstein. In mir kam die Befürchtung hoch, dass irgendjemand vom Team wetterbedingt seinen Ausstieg verkünden könnte, und somit eine einem mentalen Erdrutsch gleich kommende Kettenreaktion auslöst, die alle Gipfelträume einfach unter sich begraben würde. Schließlich erfüllte der Wetterbericht alle, zwei Wochen zuvor erörterten, Bedingungen, das Projekt auf unbestimmten Termin zu verschieben.
Aber der Wille und die Moral blieb bei allen standhaft, so dass ich mir mehr und mehr teils völlig überflüssige Gedanken über die richtige Bekleidung und Nahrungsversorgung machte. Richtige Bekleidung gibt es bei Regen sowieso keine, sondern nur warme oder kalte. Beim Essen stellt sich auch nur die Frage, auf was hat man nach 20 Stunden Radfahren noch Appetit, vertrage ich dann noch ein Bier, oder doch nur noch Knacker und Nikotin, alles sinnlose Fragen die mangels Erfahrung unbeantwortet bleiben mussten. Immerhin weiß ich schon mal, dass es mir im Gegensatz zu Sirko unmöglich ist innerhalb einer viertel Stunde 1000 kcal in Form von zuckersüßem Supermarktkuchen in den Magen zu pressen. ...“das musst du dir antrainieren“..., dafür wäre es bissel zu spät, außerdem man tut ja vieles für den Radsport, aber ...dann doch lieber nen Hungerast.
So wurde es Donnerstagabend, die Wetterprognose hatte sich immer weiter verfinstert, sie konnte über Nacht eigentlich nur noch besser werden. Überlegungen wurden angestellt erst am Nachmittag zu starten um wenigstens 200 km im trockenen fahren zu können, oder vielleicht doch lieber von vornherein längere Regenpausen einplanen, und so ging ich schlafen in der Erwartung vom Plätschern des Regens geweckt zu werden.
Tag X
So surreal wie ich mir den nicht enden werdenden Tag ausmalte, begann er gleich. Nicht vom Dauerregen wurden wir geweckt, nein von der Sonne! Hallo? Hatten wir die ganze letzte Woche nur noch in finsterster Phantasie gelebt, ich drehte mich im Bett rum und versuchte wieder einzuschlafen um auf den Regen zu warten. Doch der Kopf weigerte sich, und noch im liegen war klar, die letzten Zweifel ausgeräumt, wir würden starten und zwar sofort.
Es sollte also endlich losgehen, wird schließlich auch Zeit, immerhin muss das ganze Vorhaben endlich durchgezogen werden, damit der Kopf wieder für andere Dinge frei wird.
Am Startpunkt, der Frauenkirche zogen wir uns die extra angefertigten, sehr schön gewordenen Trikots über. Für die damit verbundene Arbeit, auch gegenüber den Skeptikern (wie mir) daran festhaltend, nochmal mein ausdrücklicher Dank! Dann ging's endlich los, die Nervosität legte sich, denn wir waren schließlich in unserem Element und rollten das Müglitztal hinauf in Richtung Edelweißspitze. Die mittlerweile vorhandenen finsteren Wolken zogen scheinbar vor uns her, vermutlich wussten sie, dass sie uns nicht mehr so ohne weiteres zur Umkehr bewegen hätten können und sparten sich ihr Wasser deshalb gleich.
So ging es recht zügig über Teplitz und Most nach Havran, wo der erste Haltepunkt sei sollte. Doch es war kein Verpflegungsauto weit und breit zu sehen. So standen wir kurz ratlos pinkelnd am Straßenrand und Alex offenbar noch bissel nervös versuchte seine Eltern etwas ungehalten ans Telefon zu bekommen. Was soll's dachte sich der Rest vermutlich, dann fahr'n wir halt erstmal weiter, schließlich müsste es letztlich auch ganz ohne Auto gehen, und irgendwo demnächst werden sie uns auf der Strecke sicher überholen. Nach 10 km gab's dann Kaffee und Kuchen, Nudelsalat, Brötchen und Tee, es weckte in mir die Assoziation einer Kaffeefahrt. Bloß der Nieselregen passte nicht so recht ins Bild.
Noch in Ruhe eene gequarzt, und schon ging es auf schön welligem Profil nach einer guten halben Stunde auf der 27 weiter. Die letzten Blicke auf den sich immer weiter entfernenden Erzgebirgskamm bescheinigten uns, dass wir uns mittlerweile außerhalb der „erweiterten Heimat“ befinden, ab jetzt wurde diese also im Geiste einfach um jeden überfahrenen Hügel und Gebirgszug erweitert.
Zur nächsten Pause, in der es wieder kurz anfing zu nieseln, war Jens auf einmal bissel angeschlagen, sollte ich etwa mit meiner von Sirko schon angesprochenen Prognose aus dem Herbst etwa doch recht haben? Jeder machte sich mehr oder weniger Gedanken darüber, ich eher weniger, denn jetzt war Pause und bei dem bisherigem Tempo (Schnitt lag dort noch bei 31) konnten wir es uns locker leisten 'nen Gang raus zu nehmen. Als dann zum Aufbruch geblasen wurde, war schon deutlich über eine Stunde rum, es wurde also Zeit, dass der Ort Pilsen endlich hinter uns liegen würde. Doch vorher ereilte Alex ein Plattfuß, ja ja die Schlauchreifen, auf glattem Asphalt einfach die Luft lassen, sowas würde einem ordentlichen Falt- oder Drahtreifen nie passieren :-), dachte ich … noch ungefähr 100km lang. Thomas, Enno und Jens fuhren schon mal weiter während Alex fluchend eine halbe Flasche Dichtmilch in den Reifen einflößte, vorerst ohne Erfolg, doch nach 10 min hielt er die zumindest von mir für völlig ausreichend erachteten 7 bar, und es ging auf mittlerweile regennasser Strasse auf die Verfolgungsfahrt. Das ständige Stop and Go im welligen Pilsen hat mich dann ernsthaft aus dem Rhythmus gebracht, den ich auch Außerorts auf dem Triathlonaufsatz liegend irgendwie nicht so bald wiederfinden sollte. Nach 40 km sahen wir die Aussreißer dann das erste mal vor uns, und das Tempo bei uns Verfolgern war weiterhin recht hoch, was mir zu schaffen machte. Als wir sie dann 10-15 km später endlich eingeholt legten wir eine kleine außerplanmäßige Rast ein in der vorsorglich schon mal die Lampen montiert wurden. Nach ner knappen halben Stunde, die Zeit, insbesondere in den Pausen, vergeht mittlerweile immer schneller, fuhren auf die lang ersehnte Abwechslung den Böhmer Wald zu. Natürlich mit dem nötigem Respekt, so dass die Situation auf einmal die war, dass Enno, Jens, Thomas und ich quasi das Gruppetto bildeten, während die beiden Alexe und Sirko vorneweg die Bergwertung unter sich ausmachen wollten. Dass das vor allem Thomas natürlich ni so ohne weiteres zulassen kann hat mich nicht im geringsten gewundert, so das wir uns vorerst noch gemeinsam vom Gruppetto verabschiedeten um die Davongefahrenen zu stellen. Dass es Thomas so ernst nahm hatte ich erst ni erwartet, aber noch bevor wir die anderen einholten musste ich ihn ziehen lassen. Vorn angekommen wurde ni lange gefackelt, sondern gleich ordentlich weiter gehackt, wobei natürlich die beiden Alex auf der Strecke blieben, wenigstens die beiden konnte ich dann noch einholen. Naja, so ist das halt beim Radfahren, sobald es länger als 3-4 km nen Berg hoch geht, muss halt gefahrn werden, egal ob man sich gerade bei km 260 befindet und noch nicht mal die Hälfte der Strecke hinter einem liegt. Mit der Gewissheit Sirko und Thomas sowieso erst in Zelezna Ruda wieder zu sehen, konnte ich es dann ja auch wieder bissel lassen und den herrlichen Sonnenuntergang genießen.
Nachdem wieder alle versammelt waren sollte es die angekündigten Spagetti geben, doch dafür musste der angesprochene 100ste km seit Plattfuß 1 passiert werden, auf dem Sirko auserkoren war, die Plattenstatistik der Faltreifenfahrer ordentlich zu versauen, nun stand es 1:1 und es wurde dunkel. Das Stück bis zum Nudeltopf zog sich immer länger und länger, dass es mir jetzt noch ein Rätsel ist.
Das nächtliche Gelage mit Spagetti, Kaffee und den anderen üblichen Fressereien war herrlich. Thomas überließ mir dankenswerter weise sogar den ein oder anderen Schluck Bier, ich selbst hatte es während der andauernden geistigen Umnachtung der Vortage völlig verpennt mir vorsorglich, eben für den Fall, dass mir danach sein sollte ne Flasche einzupacken.
Mit frischen Beinen und guter Stimmung ging es nach bestimmt fast 2 Stunden weiter, über den kleinen Gegenanstieg bei Russel auf traumhafter Abfahrt hinunter in die Tiefebene und in dieser dann über die Donau zügig weiter nach Süden. Zwischenzeitlich fing es ein wenig an zu nieseln, und ich dachte schon, dass jetzt die Regenschlacht los ginge, aber stattdessen wurden kurz darauf sogar die Straßen halbwegs trocken. Um die Müdigkeit und meinen Respekt vor insbesondere diesem Streckenabschnitt zu vertreiben fuhr ich relativ viel von vorn was mir immer wieder mahnende Worte von hinten einbrachte, mal bissel weniger zu Treten, was mir aber schwer viel, da der Tacho im Dunkeln nicht zu lesen war und der Rhythmus irgendwie ganz gut passte. Irgendwann war'n die Straßen wieder nass und ich, 20km zuvor wegen angeblicher Raserei von der Führungsarbeit suspendiert, recht müde geworden. Die Pause in Eggenfelde versuchte ich und auch (O)Alex zum Schlafen zu nutzen, was mir im Gegensatz zu ihm nicht so recht gelingen wollte, so dass ich es nach 20 min aufgab, und mich mit an den Tisch setzte und es stattdessen mit Knacker, Brötchen, Kaffee und bissel Redbull versuchte. So langsam waren doch alle sichtlich gezeichnet, und ebenso die Gesprächsthemen von außerordentlichem Tiefgang geprägt. Immerhin war'n zu dem Zeitpunkt gut 400km gefahren.
Nach anderthalb Stunden sollte dann endlich weiter gehen, schließlich sind die Eggenfelder Tankstellen, besonders ohne Sonnenaufgang, nicht so das Highlight, dazu musste allerdings noch Alex geweckt werden, der unsere hoch intellektuellen geistigen Ergüsse offenbar vollständig verschlafen hatte. Als er wieder unter uns war ging es auf die nächste elende Flachetappe nach Traunstein. Da es mittlerweile tag hell geworden war hofften wir irgendwann die Alpen erspähen zu können, aber Nix war zu sehen, außer eine noch finstrere Wolkenansammlung als direkt über uns, die dort wo die Alpen sonst zu sehen wären wohl schon auf uns wartete.
Die 70km dahin waren lang, und es war interessant festzustellen, dass es nicht nur mir, sondern auch Sirko und Thomas ebenso erging, lieber vorne zu fahren, weil es einem dann besser ging. Ob das daran lag, dass man vorneweg fahrend irgendwie mehr Körperspannung aufbringt, und das einen die sich ausbreitenden Schwachstellen wie Sitzprobleme vergessen lässt oder einfach nur das monotone Leiern des Vordermannes im Blickfeld fehlt, vermutlich beides. So kamen wir nach Traunstein und erleichterten den Bäcker um etliche Scheiben Leberkäse, welcher ein vorzügliches Frühstück war. Mehrere Toilettengänge verlängerten die Pause wieder auf auf anderthalb Stunden. Mittlerweile war uns allen endgültig klar geworden wieviel Glück wir mit dem Wetter bisher hatten, schließlich hat es bis dahin kein einziges mal wirklich geregnet, aber trotzdem waren die Straßen auf mehr als der Hälfte der Strecke richtig regennass, so sehr wie bei dieser Tour haben sich die Schutzbleche selten gelohnt.
Als es gegen 9 Uhr weiterging fing der lang erwartete Regen endlich an, es kübelte wie aus Eimern oder wie auch immer, innerhalb von 5km waren wir frisch geduscht, und die Müdigkeit war vorerst weg. Über die Vorhügel rollend gabelten wir Enno und Jens, die 20min eher los fuhren und sich untergestellt hatten wieder auf und es ging auf leider extrem stark befahrener Straße endlich rein in die Alpen, entlang einer beeindruckenden Schlucht in Richtung Steinpass. Dort hatte der Regen sogar schon wieder aufgehört und je weiter wir auf die Zentralalpen zu rollten wurden sogar die Straßen zunehmend trockener. Allerdings wurde ich auch wieder etwas müde, und da ich auf den Leberkäse vertrauend Nichts in die Trikottaschen gesteckt hatte auch zunehmend leerer, womit ich aber kein Einzelfall war.
Nach der Pause, die Thomas und Jens ausließen, ging es durch Zell endlich die allerletzten Meter auf den finalen Anstieg zu. Würde man ihn wenigstens ohne irgendwo kurz vom Rad zu steigen noch bezwingen können, und gehen den anderen ähnliche Fragen durch den Kopf, schließlich geht es ja um die Platzierung auf dem Gipfel. Sirko meinte ich hätte heute gute Chancen, und da Thomas für uns zu diesem Zeitpunkt ja kein direkter Konkurrent war musste ich mich ja nur mit Sirko und (O)Alex streiten, dass (F)Alex vernünftiger weise nur auf Ankommen fahren würde war eigentlich klar, und Enno würde trotz seines Vorsprungs von der letzten Pause an vermutlich mit seiner dicken Übersetzung zu kämpfen haben. Die ersten Meter haben gleich erstmal ordentlich weh getan, vor allem weil (O)Alex sehr schnell rein fuhr und ich war heilfroh, dass ich meine „Weicheikassette“ mit dem 27er montiert hatte. So kann man auch die 13% noch halbwegs im Sitzen fahren, bloß zu dumm, das Sirko mit seiner 25er auch im sitzen fahren wollte und somit immer den einen Gang schwerer trat und entsprechend schneller vorwärts kam. Das an dieser Stelle mit Frequenz ausgleichen zu müssen, war jedes mal aufs neue Anstrengend. Aber egal, dranbleiben war die einzig zulässige Option. Alex hatte sich mit seinem Tempo, dann doch bissel verschätzt, so dass wir langsam aber sicher das 10 Meterloch wieder zu fuhren und ihn im Flachstück vor der Mautstation hinter uns ließen. Auf der Steilrampe mit der es dann weiter geht, überholten wir einen kämpfenden Enno, hoffendlich bricht seine Kurbel oder der Lenker nicht ab, es war vom feinsten (wie er mit diesem Gang dort hoch gekommen ist ist mir immer noch ein Rätsel). Gleichmäßig fuhren wir den Anstieg hoch, Sirko hatte natürlich recht, denn wenn ich nach 500hm noch an seinem Hinterrad hänge, noch dazu an der Edelweißspitze, scheint ni mehr all zu viel zu gehen :-), bei mir allerdings auch nicht. Ich war mehr damit beschäftigt, neben den genießen der Aussicht die im unterem Teil bis auf 1800m noch vorhanden war (natürlich nur nach unten), mich immer wieder um zudrehen um zu sehen ob von Alex nicht doch noch Gefahr ausgeht, oder am Ende Thomas auftaucht, denn das hätte schließlich zusätzliche Schmerzen nach sich gezogen, auf die ich natürlich absolut keine Lust mehr gehabt hätte ;-), aber zum Glück tat sich nichts dergleichen und ich konnte mich freuen bald oben zu sein und darauf konzentrieren Sirkos Hinterrad nicht wirklich auf zu geben, auch wenn ich mir wenig Hoffnung machte ihn tatsächlich mal besiegen zu können. Der Nebel wurde dichter und der Neuschnee neben der Straße höher, den kurzen Gedanken daran wie sich jetzt 30° C anfühlen würden hab ich mit grauen gleich wieder verdrängt, vermutlich würde ich auf der Stelle umkippen. Auf dem unterem Parkplatz stand auf einmal unser Begleitfahrzeug, oh Schreck, das heißt ja, dass niemand oben ist, insbesondere keine Kamera für das Gipfelfoto. Sirko war schon 30-40 m vorraus aber dass es kein Finisherfoto geben sollte kam nicht in Frage, so dass ich anhielt die Batterien in die Knipse steckte noch fix gleich das Licht ran machte und dann weiter fuhr. Da war das Hinterrad natürlich dann wirklich unerreichbar geworden, aber was soll's vermutlich hätte ich mit meiner Anschleichtaktik eh keinen Erfolg gehabt. Aus dem Nebel waren auf einmal Venga Venga-Rufe zu hören, die ich aber absolut nicht einordnen konnte, sie hätten von Sirko kommen können oder von sonst wem, was weiß ich wer sich da noch im Nebel rumdrückt. Auf dem oberen Parkplatz endlich angekommen ging es in die gepflasterten Serpentinen die natürlich, wie sollte es anders sein, steiler waren als erwartet. Aber es ging mit der Gewissheit, dass es gleich geschafft sein musste vergleichsweise leicht.
Die Überraschung auf dem Gipfel war natürlich der absolute Hammer. Mental darauf eingestellt, dass es leider wohl nur eine extrem kurze Gipfelrast werden würde, da bei dem Wetter da oben bestimmt kein Kaffee offen oder sonst auch nur ein warmer Unterschlupf zu finden sein wird, war es einfach unfassbar dort oben von den beiden Undercoverbegleitern mit Glückwünschen heißem Tee und 'ner Decke in Empfang genommen zu werden. Ich bin immer noch überrascht und gerührt von diesem Empfang. (O)Alex und später dann auch Enno und unserm zweiten Alex wird es wohl ebenso, und natürlich Sirko selbst zu aller erst, ergangen sein. So kann ich für mich zumindest behaupten, dass der Tag so wie er begann auch endete, nämlich einem Film gleich, phasenweise völlig syrreal und mit einem eben solchem Happy End.
Alles in allem war es eine sehr gelungene Tour. Dass das Rossfeld und Hirschbichel nicht gefahren wurde oder auch das Maximalziel die Tour innerhalb von 24 Stunden zu fahren nicht erreicht wurde sehe ich eher positiv, womit ich sicherlich die Meinung aller im Team vertrete, denn nur so bleibt noch Raum auf der Strecke für zukünftige Elbspitzen.
Ansonsten noch ein herzliches DANKESCHÖN zuerst an unsere engagierten Begleitköche, Licht und Klamottenspender, die sich ebenso die Nacht für uns um die Ohren geschlagen haben, sowie überhaupt das ganze Wochenende.
Desweiteren natürlich auch Sven der unsere Räder wieder nach Dresden gebracht hat,
und ganz besonders noch dem Vater von Sirko und dem Dietmar, die uns eine Überraschung auf dem Gipfel bescherten wie wir sie sobald nicht wieder erleben werden und die nebenbei auch noch zahlreiche Bilder gemacht haben.
Ausserdem allen Teammitgliedern, insbesondere denen die sich in die Organisation reingehängt haben, also i.e.L. (O)Alex und Thomas aber natürlich auch Sirko, als verrücktem Schöpfer dieser Tour.
 | |  | |  |
Start an der Frauenkirche kurz vor 10. | | Und schon im vorletzten zermürbenden Turn. | | Bergfex deluxe: Fachsimpelnd, rauchend, auch nach 600 km, ein echtes original. |
 | |  | |  |
Totales Burnout an der Edelweißspitze. OAlex hat nochmal alles gegeben. | | Er schaut noch ein wenig ungläubig, aber doch, auch für FAlex ist das Ziel an der Edelweißspitze erreicht. | | Auch Enno sichtlich am Ziel der Träume. |
 | |  |
Ein letztes Gruppenbild vor der individuellen "Abreise". | | Sebastian und Sirko gönnten sich noch die komplette Abfahrt nach Zell zurück. |
Resumee 6/7-tel Erfolg (von Jens)
19.06.09 Ein Tag wie kein Anderer...Das wußte jeder für sich als wir uns um 9Uhr an der Frauenkirche trafen...Das ganze Projekt nahm Gestalt an, als jeder Fahrer sein gesponsortes Trikot sowie Ärmlinge und Beinlinge überstreifte. Nun hatten wir sieben nicht mehr nur das gemeinsame Ziel, sondern auch ein gemeinsames Outfit. Wir starteten pünktlich 10Uhr, nachdem wir alle anderen verabschiedet hatten, die zur Frauenkirche gekommen waren..Auf dem Weg durch die City ins Müglitztal begleitete uns noch der Forumsötzi Zwinki, der auch den genialen Einfall des Livetickers hatte ( siehe auf
www.cielab.org ) Danke nochmal..Durchs Müglitztal ging es relativ zügig über Geising und Zinnwald-Georgenthal über den Kamm. Bis dato war das Wetter trocken und Verwandte von Sirko motiviterten uns mehrmals auf der Strecke mit Parolen und Schriftzügen. Nur leider das großer Ansporn-plakat von meiner "adretten Blondine" hatten wir übersehen, sicherlich war das hohe Tempo ein Grund dafür. Bis nach Dubi ging es mit Vollspeed ins Tal und nun erstmal relativ flach mit einigen kleineren Hügeln zwischendrin auf der E442 entlang über Teplice und Bilina weiter nach Most auf die B27. Nach weiteren 10km war unsere erste Rast in Velemysleves, die von Dresden ca. 105km entfernt lag. Bis dato fühlte sich jeder fit, die Stimmung im Team war super und das Wetter schien zu halten.Während der Rast fing es an zu nieseln, aber was solls, im Riesengebirge hatten wir schon schlimmeres erlebt..Alex' Eltern hatten warmen Kaffee gekocht und es wurden selbstgebackene Sandtaler gereicht..Wie göttlich dieses Begleitfahrzeug noch werden würde, stellte sich nach und nach auf der Tour heraus, denn mit Rucksack auf dem Rücken und ohne Nachtbegleitung wäre alles viel komplizierter und anstrengender geworden. Nach dieser Rast ging es nun weiter immer hügliger auf der B27 Richtung Plzen, wo nach 80km in Plasy die zweite Rast anstand. Hier fühlte ich mich erstmals angeschlagen, obwohl erst 185km hinter uns lagen, ich zweifelte schon jetzt an dem Vorhaben meinerseits dort anzukommen, denn diese hüglige Streckenführung machte mir sehr zu schaffen. Gestärkt mit Nudelsalat, Wienern, Gewürzgurken und Süßigkeiten ging es weiter Richtung Plzen. Auf dem Weg dorthin erwischte es F-Alex...pssssst....Platten am Schlauchreifen...Da mir das Tempo zu hoch war, fuhr ich langsam in Begleitung von Enno und Thomas weiter. So fuhren wir zu dritt durch die wunderschöne Stadt Plzen und dann weiter auf der E53. Dank Thomas' konstanten Tempo, welches 1-2 km/h niedriger als sonst lag, erholte ich mich gut und mein Allgemeinzustand verbesserte sich zunehmend. Das Wetter spielte immer noch mit und so fuhren wir unter dunklen Wolkenmassiven auf nassen Straßen in den Böhmerwald hinein. Ab Jeseni ging es dann in den 20km langen Anstieg nach Bayrisch Eisentein hinein. Enno und ich bildeten Grupetto und genossen die Aussicht auf den Böhmerwald mit herrlichem Sonnenuntergang. Es war das einzige Mal auf dieser Tour, wo der Himmel aufriss und die Sonne zum Vorschein kam. Die anderen 5 Bergflöhe warteten oben ca. ne Viertelstunde und im Dunkeln gings nun weiter in die Abfahrt. Da ereilte Degga ein Schleichplatten, der dann doch nicht bis zur nächsten Pause die Luft hielt und noch geflickt werden musste. Irgendwo zwischen Zwiesel und regen bei 305km legten wir nach 120km die 3.Pause ein. So eine lange Etappe war erst nicht geplant, doch hielten wir es für besser, im Tal zu pausieren, als nach einer Rast in Bayrisch Eisenstein unaufgewärmt ins Tal zu rollern. In dieser Pause gab es warme Nudeln mit Tomatensoße und Käse...Mann Mann, fast wie zuhause bei Muttern...Einige ruhten für 10 Minuten, andere zogen sich wärmere Klamotten für die Nacht an und wieder andere rauchten eine und genossen ein Pivo...Die ersten beiden Pausen dauerten immer max. 30 Minuten, diese aber dauerte aufgrund der Nachtfahrtvorbereitung ein weniger länger...Da unserer Begleitfahrer uns anbot, die Nacht durchweg zu begleiten um die Strassen auszuleuchten, nahmen wir das Angebot gerne an und so starteten wir in die dunkle, trockene Nacht. In Rusel fuhr ich dann den Bergsprint für Thomas an, den er sich auch noch vor O-Alex holte...Ich merkte, nun ging es mir wieder besser, denn nun stand Rolleuren auf dem Programm...Es ging nach Auerbach und weiter auf der B533. Nach 342km überquerten wir die Donau und alle waren gut drauf, jedoch wurde es ruhiger im Feld, denn jeder machte sich so seine Gedanken. F-Alex hatte toll mit der Müdigkeit zu kämpfen, bei Anderen war der Hintern wund gerieben...Aber irgendwie war der Rausch der Nacht in allen drin, sodass wir mit konstanter Geschwindigkeit um die 35km/h in der Ebene langfuhren..Wir passierten Rossbach, Arntsdorf, Falkenberg und Eggenfelden. Hier machten wir nach 400km die 4.Rast an einer Tankstelle. Diese Rast dauerte 1 Stunde, welche O-Alex und Bergfex komplett zum schlafen nutzten, die anderen stärkten sich mit Essen und Getränken, auch RedBull-Dosen waren des öfteren gesichtet worden. Nun konnten die Lampen wieder abmontiert werden, denn ab hier wurde es heller und wir machten uns auf weitere 70km gen Traunstein auf. Im trüben Nebel des Morgens nahmen unsere Augen nur schemenhaft die beginnende Silhouette der Alpen wahr, dafür rochen unsere Nasen umso mehr die frischen Bäckereidüfte, die Appetit auf ein Brötchen machten...Zur 5.Rast in Traunstein angekommen, stürmten wir am Supermarkt auch gleich den Bäcker, der soeben aufgemacht hatte. Es war nun 08:32 Uhr am Morgen, die Rast schien wieder länger zu dauern, so entschieden Enno und ich, schon einmal locker loszurollern. Was uns bis dahin an Regen verschont hatte, fiel kurz nach Ortsausgang Traunstein mit einmal an regen vom Himmel. Meine frisch angezogene Hose war sofort nass und das von der Straße aufspritzende Wasser prasselte auf meine Lippen und fühlte sich wie kleine Nadelstiche an. Enno und ich entschieden uns fürs Unterstellen, ein wenig später kam der Rest vorbeigefahren, der Regen hatte ein wenig nachgelassen und wir schlossen auf und fuhren gemeinsam weiter. Nun kam für mich wieder ein harter Streckenabschnitt, da es permanent bergauf ging und mit dem Steinpass auch noch ein Hügel im Weg war. Auch Bergfex und Degga zeigten kurzfristig ein paar Schwächen, aber die Anderen hielten trotz des Wetters und der Streckenführung tapfer durch. Kurz vor Zell a.S. entschied ich mich dann aus einem Gemisch aus Vernunft und Bergfaulheit fürs "Untenbleiben", denn bei 2 Grad, Schnee, Regen, Sicht unter 30m und eine nimmer endende Abfahrt sprachen nicht gerade für einen Gipfelsturm. Ich kehrte so in Zell nach 570km, 5200hm und einem 29,3er Schnitt in die Pension ein...Die einen meinen nun, 570km umsonst gefahren. Recht gehabt, denn nachdem alle 6 Finisher zufrieden vom Berg kamen und auch von der Abfahrt verschont blieben, da Sven mit dem Transporter die Leute ins Tal brachte, ärgerte ich mich schon ein wenig. Aber im Juli steht eine Radwoche in Zell an, dann wird das Ding bei schönem Wetter gefahren....Nun heißt es Wunden lecken..Hier ein paar Fotos, ab heute Abend unter folgenden Link noch mehr http://picasaweb.google.com/jens2060/Elbspitze
 |
|  |
Treffpunkt Frauenkirche F-Alex, Thomas, Sirko, Enno, Basti Jens, O-Alex | | Auf dem Weg durchs Müglitztal auf den Erzgebirgskamm |

| | 
|
1.Rast nach rund 100km | | Sonnenuntergang im Böhmerwald |
 | |  |
Basti, Sirko und O-Alex bei der letzten Pause vor der Nachtfahrt | | Sirko und Thomas, unsere gemeinsamen Sieger |
Elbspitzrevue 2009 (von Thomas)
Auch an dieser Stelle von mir noch mal ein großes Dankeschön an die perfekte Streckenbegleitung und die nächtlichen 5*-Köche aus Olbernhau ohne die die Tour sicherlich noch ein wenig schwerer gewesen wäre. Hat mir die wärmende Decke doch so gut getan und die tollen Spaghetti den drohenden Hungerast vertrieben.
Auch Sven, meinem treuen Begleiter auf dem Weg zur Edelweißspitze hinauf möchte ich an dieser Stelle nochmals großes Danke sagen. Ich war so glücklich bei diesen extremen Bedingungen nach dem Erreichen des Ziels in ein mit Standheizung versehenes wohltempariertes Auto steigen zu können und das Finisherbier zu genießen.
Das ich Sirko’s Pa auf der EWS nicht gesehen habe, ärgert mich natürlich, aber es ahnt ja auch keiner, dass man an diesem wirklich vom Teufel eingenommenen Platze von wahren Fans erwartet würde. Aber so ist es wenigstens der eigene Sohn der die Trophäe holte und glücklich in die Arme genommen werden konnte, das freut mich eigentlich viel mehr.
Und wenn man bedenkt, dass die Finisherzeit von Basti, Sirko und mir um nur 4 min. differiert, wäre es sicherlich eine tolle 3er-Allianz gewesen, auf dem Weg hinauf, auf dem ich mich so fürchterlich geschunden habe, aber die letzte Pause ich wollte sie einfach nicht mehr. Nein ich wollte das Ding jetzt einfach zu Ende bringen und bin daher auch alleine durchgezogen.
Ja und die Zeit, die war 1:47 h von der Embachkapelle an gemessen.
Und wer immer noch daran zweifelt, dass ich da hoch gefahren bin, dem kann ich natürlich gerne das Höhenprofil des Polar zukommen lassen und natürlich auch Livefotos beim Kampf mit der qäulenden Bergsau sind vorhanden.
Ansonsten möchte ich allen noch mal sagen, dass ihr wahnsinnig stark gefahren seid und dass es verdammt viel Spaß gemacht hat. Für das kommende Jahr allerdings halte ich mich aus großen Planungen raus. Eine große RTF halte ich nach dem Erlebten für unrealistisch, die Strecke würde vermutlich 50% oder mehr an Ausfällen produzieren. Sie ist einfach 200 x selektiver als die Fichkona. Die Elbspitze oder was auch immer anliegt, möchte ich auch mal bei Hochdruckwetter und natürlich auch gern Duo, Triple oder was auch immer fahren.
Elbspitze 2009 (von Sirko)
Jetzt ist Sonntag, 21.06.2009, gestern und vorgestern war Elbspitze, Highlight einiger von uns ... Es waren einmal 7 Rennradler, die von Dresden aus Richtung Alpen aufbrachen, mit jeden Kilometer wurde es ein bisschen kälter, nach 30 Stunden rollten sie überglücklich ein auf der Edelweißspitze, bei 2°C und 15 cm Neuschnee ...
Ja irgendwie ist das ein verdammt guter Witz, ich kann gerade nicht einschlafen, ist zwar Mitternacht, aber es geht einfach nicht ... bin ungefähr doppelt überreizt und muss permanent an die Elbspitze denken, jeder einzelne Moment war kostbar und köstlich, und alles war perfekt, der Beweis der Dichtheit von Erlebnissen entfällt an der Stelle, er wird offensichtlich sein.
Die Strecke
Die großen Bundesstraßen waren groß und Verkehrsreich, aber die Steigungen moderat und das Tempo hoch. Vielfalt soweit das Auge reicht, das war vorher klar, und das war auch so, Mittelgebirge, Böhmische Hopfenhügel, Brettflaches Alpenvorland und raues Klima in den Nordalpen ... es wird nicht langweilig. Mein persönlicher Favorit war Sonnenuntergang am Böhmerwald, schon von weiten drohten die hohen 1000er Gipfel, und unaufhörlich wälzte sich das Septett in Richtung Gebirge. Der frische und selbst berghoch glatte Belag an der ersten ernsthaften Bergwertungen lud zum Rasen ein, das wurde brutal ausgekostet, ja die Bewertungen brüderlich geteilt, während über uns der Himmel violett blühte und der Blick nach Pilsen ins fantastische Tschechien zurückschweifte. Auf der Südseite beobachtete man die Nacht, wie sie den großen Arber verschlang!
Auch das Alpenvorland wurde eifrig von uns verschlungen. Kurz ist die Nacht, aber lang ist der Atem, noch immer hoch das Tempo dachte ich mir immer wieder, als wir durch die Nacht rollten, und später entlang der Alz Richtung Traunstein. Einfach legendär: Die Abfahrt im Dunkeln von Rusel runter an die Donau, respektlos mit 50 LUX dank Ixon, selten so berauscht gewesen.
Über die Edelweißspitze muss man doch eigentlich kein Wort verlieren, entweder man kennt sie, oder man versteht es sowieso nicht. Insbesondere im Nebel, wenn man Kehre um Kehre vertikal nach oben fliegt, ist man längst nicht mehr unter den Irdischen, sondern irgendwo dort, wo andere mit Meditation hingelangen.
Das Wetter
... war ein schlechter Witz, die ganze Woche vorher war sinnlos, von Tag zu Tag verschlechterten sich die Prognosen, am Vortag überschlug ich so ungefähr 20 mm Niederschlag auf der ganzen Tour, genug also, um sieben oder acht Kleidersätze komplett durchzuweichen. Voller Hoffnung rechnete ich damit, dass die Hälfte von uns ja durchaus finishen könnte. Als wir starteten, war es trocken, ja es war trocken bis km 470. Wir hatten das Gefühl, permanent der Schlechtwetterfront hinterherzufahren, oft waren die Straßen nass. Erst dann, kurz vor dem Ziel, wuchs endlich die Dramatik, 5 Minuten im Dauerregen um Inzell, und alles war zu spät, als durch, der Körper fährt runter, der Kopf schaltet um auf "Durchkommen", aber irgendwie denkt man sich trotzdem die ganze Zeit: Perfekt!
Vor Zell gelang es fast, die Klamotten wieder trocken zu fahren, neue Hoffnung für die 3000er-Schweinteile - wie es der Bergfex pflegen würde zu sagen - die sich in grauen Wolken versteckten, vielleicht würde man ihnen bald sehr nahe sein. Zu Hause in Dresden konnte man sich natürlich die Webcambilder anschauen … der Schnee der dort lag ... vom feinsten. Es war einmal Juni, und man fährt hoch, ab 2000 Meter liegt Neuschnee, ab und an ein bisschen Graupel aufs Trikot, na da frag ich nur noch, ist das Genial oder nicht?
Der Teamgeist
Bis tief in den April hineine hab ich mir immer wieder vor Augen gehalten, wie sinnlos das ganze Projekt doch ist, wie schön ein grandioses Solo oder Duo wäre, und immer wieder erinnerte ich mich an Bergfex' bittere Prognose, dass es ab Pilsen die ersten Schwerverwundeten gibt, das dann die Gruppe explodiert. Der ganze Haufen war schon Monate vorher am Dampfen, der erbitterte Emailkrieg war lang und hart ... schlussendlich haben dann doch alle gewonnen. Ein kleines Erlöschen der Hoffnung noch mal bei der kurzfristigen Zusage von Enno, die alte Kampfsau, würde sie auch wirklich - gnadenlos zu sich selber - durchhalten?
Ja, alle hielten durch, nicht zuletzt wegen der sehr ausgedehnten Pausen, aber das war gut so. Jens schwächelte schon bei km 150, innerlich kriegte ich mich schon nicht mehr ein, Thomas meinte trocken: "Da muss er dann eben in Bayrisch Eisenstein ins Auto". Das war nicht der Fall, nicht Jens, Jens fing sich prächtig, niemand, niemand musste ins Auto, und niemand bremste die Gruppe aus, allein die Vernunft zügelte den Heißsporn ab und an, bis zuletzt: "Nimm ma ä bissl raus", und das war stets ein angebrachtes Wort. Die Tempoarbeit wurde brüderlich aufgeteilt unter den Starken, die vermeintlich schwächeren waren immer dabei, konnten immer einspringen, wenn sie doch gefragt waren.
Jeder hatte seine Hausaufgaben gemacht, alle hatten ordentlich trainiert, die Elbspitze unheimlich ernst genommen, niemand zeigte wirkliche Schwächen, was war da nur los? Enno, du Kampfsau, hattest nicht trainiert, und warst immer bei der Sache, normal is ni?!?
Und dann, immer Harmonie und Friede, Freude, Eierkuchen, oder wie soll man sich das bei so einer Tour vorstellen, wo jeder stundenlang ums überleben kämpft, oder was? ... Ich erinnere mich an keine sinnlose Diskussion, die Stimmung war fast immer prächtig, Jungs, was war da nur los, was waren das für geniale 30 Stunden?
Die Helfer
Natürlich war für mich die Frage immer wieder: Brauchen wir Helfer? Wenn man mal drüber nachdenkt, wenn man zu siebent fahren will, sich auf einen Termin versteift, und das Wetter sich richtig verweigert wie bei uns ... ja, dann brauch man Helfer mit einem Begleitfahrzeug. Man braucht nicht das Begleitfahrzeug, aber man braucht die Helfer, Mutti und Vati von OAlex, ja und schlussendlich für diese Zeit dann auch Mutti und Vati von uns allen, so hab ich das empfunden, und das hat mir sehr geholfen, mir nicht ständig pessimistische Gedanken machen zu müssen, es war alles abgesichert, es waren 2 halbwegs Normale unter uns, die uns mit Essen verwöhnten, Nachts Licht spendeten und uns auf der 27 die LKWs vom Leib hielten. Habt ihr schon mal abends 23 Uhr eine OpenAirSpagettiParty mitten im Bayrischen Wald gehabt ... brauch man nicht, schon klar ... aber ist das genial, oder nicht? Mir hat das alles sehr gut gefallen, werte Familie Steiner, ihr wart fantastisch!
Nicht verschweigen kann man dieser Stelle den Sven, der uns zusätzliche Ladekapazitäten für die Heimfahrt verschafft hat und sich auch noch ein bisschen da Endleiden auf der Zunge hat zergehen lassen, Vielen Dank auch dir!
Ja und dann noch eins: Der MDR hat uns natürlich verschmäht an der Frauenkirche, war einfach mal keiner da, unfeine Aktion, ist aber auch egal, denn was zählt sind die wahren Fans, die uns an der Frauenkirche verabschiedeten und den Lifeticker frisch hielten. Und nicht zu vergessen ein komisch silberner Celica mit schwarz verdreckten Nummernschild der uns komischerweise einige male überholt hat, und dann auf der Elbspitze parkte. Wir werden vom Silbernen Spion noch mit einigem schönem Bonusmaterial versorgt werden. Wer hätte das gedacht, dass wir auf der Edelweißspitze, also direkt oben, von in Skisachen verpackten Fans empfangen werden würden mit heißem Tee und Decken und warmen Unterschlupf ... das war die beste Überraschung, die ich je erlebt habe ... Vielen Dank lieber Pa und Dietmar, das war grandios!
Der Kugelblitz
Jetzt kann ich es ja ruhigen Gewissens raus lassen ... Vergangenen Oktober hat er sich vorgestellt : "Hallo nach Dresden, ich bin begeisterter Radler aus dem Erzgebirge". Bei unseren ersten Kilometer hab ich innerlich gelacht, noch mehr Kugel als Blitz, korpulent aufgepresstes Astana-Trickot und mit voller Lautstärke immer wieder irgendein übler Ohrwurm aus der Trikottasche seines Handys ... rein objektiv war das schon amüsant.
OAlex hat unglaublich hart trainiert, ich beobachtet das den ganzen Winter voller Unverständnis und Zweifel, er war immer mit unter den Topleuten im deutschlandweiten Winterpokal der Trainingsverrückten. Lange zweifelte ich daran, wie blöd konnte man eigentlich sein, sich darauf einzulassen? Bei unserem Riesengebirgsausflug dann für mich das erste Aufsehen, wahrscheinlich hatte er einen unglaublich guten Tag gehabt. In Harz dann ständig in der Führung, richtig schnell, ich hab ihn dann noch zwei Anstiege am Harznordhang abverlangt, wollte ihn leiden sehen, wollte mich bestätigen, das es falsch sei, ihn mit zur Elbspitze zu nehmen.
"Das ganze Training im Winter, das hat mich so hart gemacht, ehhh"
Ja Alex, das hat es. OAlex beendete die Elbspitze mit einer 2:05 an der Edelweißspitze nach fast 600 km, zirka 225 W im Schnitt. OAlex beteiligte sich ständig mit an Führungsarbeit, extrem engagiert. Klar fehlen da noch 20 Watt zu den diesjährigen Spitzenleistungen an der Edelweißspitze ... aber die Zeiten, in denen mehr Blitz als Kugel ist, die sind angebrochen, in 2 Jahren wird es vielleicht nur noch blitzen, ich fürchte mich jetzt schon. Alles gute für den Ironman!
Das große Ausschlachten, meine persönliche Abrechnung, die Legende von der Elbspitze 2009
Bei gutem Wetter wäre ich die ElbspitzeStrong gefahren, also mit Rossfeld und Hirchbichl, das war nicht. Wenn es mir gut gegangen wäre hätte ich mich mit Thomas bekriegt auf Biegen und Brechen. Dann kam einiges anders. Eine Woche vor der Elbspitze ein leichter Infekt; da geht total viel aerobe Kapazität flöten, das hatte ich nicht ganz wieder hinbekommen bis zum Start, der Puls in der Folge immer zu hoch, meinen Sieg hatte ich eigentlich schon halbwegs abgeschrieben. Im Verlauf der Tour wurde es aber nicht viel schlechter, also war ich ausreichend gesund, ich will mich jetzt auch nicht länger rausreden. Am Böhmerwald teilte sich die Gruppe, die Alexe und ich vornweg, bis zu ersten kleinen Abfahrt. Danach schloss Thomas auf, FAlex meinte nur noch, dass ihm das völlig klar war. 2 Minuten später, bei km 256 folgte ein Attacke, wie ich sie noch nie erlebt hatte, ich musste natürlich mit, OAlex wollte die Bergwertung (noch 11 km weit weg), das musste vereitelt werden.
Zu zweit machten wir also ernst, eine reichliche Minute hatte ich 360 Watt aufm Tacho stehen, ich war schwer beeindruckt, waren wir doch eigentlich auf einer 600er unterwegs, egal, ich hielt dann das Tempo hoch, es wurd gepflegt so zu sagen, gepflegt gehackt, großteils zwischen 290 und 310 Watt, das ist nicht wenig für uns. Nach der Abfahrt warteten wir, glotzten den Aber also an, und hatten 8 Minuten rausgefahren auf Bergfex und OAlex. FAlex fand ziemlich hohl, aber ich fand das sehr sexy, das war fast der Höhepunkt der Elbspitze.
Jener folgte dann aber mit dem Starkregen um Inzell, klitschnass, die langen Handschuh hatte ich leichtsinnigerweise wieder ins Auto gelegt, wo sie nutzlos waren. Mit meiner linken Hand konnte ich nichts mehr machen, einfach nur noch kalt, ich quälte irgendwie die Gänge rein, das war mental für mich nicht einfach. Mein Puls ging nicht mehr über 130, nichtmal an den kleineren Anstiegen, wo ich mich bei Jens und Enno aufhielt. Ein bisschen verhandeln mit Thomas war noch drin: von wegen brüderlich den Bergpreis teilen und so, aber später sagte ich nur noch, er solle sein Ding machen, ich hatte keine Chance mehr. Das tat er dann auch, er war unheimlich gut drauf und beteiligte sich an der letzten Pause nicht und war als erster oben auf der Elbspitze.
Ich kippte mir bei der Pause eine Drittel Packung Glucose hinter und machte noch ein Drittel ins Getränk und dachte mir: Möge es die Rettung bringen. Ja, die Rettung kam, aber ein bisschen zu spät, leider. OAlex knallte in den Endgegner rein, er wollte ihn vernichten, alle Level waren bis hierher durchschritten. FAlex lies zuerst reißen, dann Sebastian und ich, 280 W waren einfach zu viel, den holen wir eh wieder, das macht der nicht lange mit dachten wir uns. Wer noch zu hohlen war: Enno mit ca 15 Minuten Vorsprung, Jens war unten geblieben, die objektive Vernunft hatte ihn lahm gelegt. OAlex lies in einer ersten Flachpassage kurz locker, Bergfex und ich, das perfekte Duo, flogen vorbei, OAlex wehrte sich noch lange, bis er final im Nebel verschwand. Enno folgte, für alle folgten Qualen ... wobei: Unser Duo, es war eigentlich der beste Abschluss, den man sich vorstellen konnte. Ich führte die ganze Zeit, genoss mit Bergfex den Endkampf. Nach 600 km ist die Schwelle zwischen "Schmerzfrei" und "Geht gar nicht" auf einen Bereich von vielleicht 20 W zusammengeschmolzen, normal sind vielleicht 60 W. Man kann also sehr definiert seinen Druckpunkt finden, also den Punkt, bei dem man ordentlich Druck hat, auf dem Pedal. Mein Druckpunkt lag also gestern bei ungefähr bei 245 W, damit bin ich hochzufrieden. Das reichte für eine 1:49 an der Edelweißspitze, womit ich noch viel zufriedener war. Sebastian lies ab 2100 Meter Höhe immer mal wieder reißen, dann standen OAlex' Eltern am Rand und Sebastian holte schnell sein Kamera aus dem Auto und finishte mit 2 Minuten Rückstand, es folgten OAlex mit 16 und FAlex und Enno wohl mit 30 Minuten. Alle haben eine super Show abgezogen. Unglaublich das Bild vor mir, wie OAlex mit einem allerfeinsten Burnout sich einfach nur noch rückwärts in Dietmars Arme fallen lies, das war fantastisch anzusehen.
Und Thomas? Thomas war nicht auf der Edelweißspitze angekommen, er sei nach eigener Aussage wohl 1 Kehre vor dem Gipfel umgedreht, weil er die Edelweißspitze wohl schon zu Genüge kannte. Verabredete waren wir aber alle bei Kurt auf der Edelweißspitze. Was auch immer vorgefallen ist zwischen dem Endgegner und Thomas, wir werden das nie erfahren. Thomas war wohl 2 Minuten schneller als ich, aber er war nicht oben gewesen. Vorsorglich hab ich vor Frust trotzdem all meine Möbel zu Hause zertrümmert. Gewiss kann man sich darauf einigen, das 3 Mann den Sieg an der Edelweißspitze errungen haben, nämlich Thomas, der ja eigentlich noch nie gelogen hat und auf der gesamten Tour den stärksten Eindruck ablieferte, Bergfex, der mich in einem zerschmetternden Bergsprint niedergerungen hätte, aber leider der Kamera verfallen ist und ich, weil ich es mir so sehr gewünscht habe ;-) und ja eigentlich wirklich allererster auf der Edelweißspitze war.
Nein, die Fronten sind nicht geklärt, bei diesem Kuddelmuddel kann niemand behaupten, er wäre der Beste gewesen, und wenn ich dann noch bedenke, das Thomas Rad mehr als 2 kg leichter ist als Bergfex' und meins ...
Am meisten hab ich mich aber für FAlex gefreut, noch nie ein Hochgebirge selber gesehen, geschweige denn einen harten Berg, und dann wird auf der Edelweißspitze gefinished, unter widrigsten Bedingungen, nach 600 km, Alex, du tust mit Leid.
Glücklicherweise bin ich noch normal überreizt und nicht so wie vermutlich FAlex (der an einer Überreizung größerer Mächtigkeit leiden dürfte), darum gehe ich jetzt ein bisschen schlafen und träum noch ein bisschen von der Elbspitze, aber die Träume hallten wahrscheinlich noch die ganze restliche Woche an.
Diese Tour war ein Epos, mit perfekter Dramaturgie, die Legende um den Sieg an der Edelweißspitze, alles dreht sich, so kann es weiter gehen. Vielen Dank an alle die mitgewirkt haben.
Ein Traum von Trainingslager im wunderschönen Südtirol
Um "meine" (TGO) Sportler für die Deutschen Schwimmmeisterschaften Ende Juni optimal vorzubereiten schlugen wir unsere Zelte nochmals ein Woche in einem Trainingslager auf. Mit dem Montiggler See (Freiwasserbecken) konnten wir die Auswahl wohl kaum besser Treffen. Untergeracht in einer schönen Ferienwohung in St. Pauls (Eppan/Bozen), tollen Bedingungen im Montiggler Bad (Danke Thomas, Alex & Co.), bester Verpflegung, einer genialen Landschaft und Traumwetter bis zu 33 Grad und viel Sonne konnten wir uns kaum bessere Bedingungen wünschen. Die tolle Einstellung der Aktiven ermöglichte mir wiederum in den freien Zeiten fleissig für die Elbsitze zu trainieren. Unter anderem fuhr ich in sehr ansprechden Zeiten mehrfach den Mendelpasse (15 Kilometer, 950 hm, 50:15 min), das Stifler Joch (24,6 km und 1.844 hm in 1:48:15 h) sowie den berücktigten 40prozenter Rafenstein in Bozen am Jenesien. Natürlich gab es danach an meinem Hausberg im NSG Rungstock eine neue Bergbestzeit von 13:05 min für die 4,3 km un circa 300 hm. Die Elbspitze kann kommen ... Alex Steiner

| | 
|
Abfahrt vom Stiflers Joch am Ortler (3.905 m üNN) | | auf dem Mendelpass (1.363 m üNN) |

| | |
in 1:48:15 h aufs Stifler Joch | | Ortlergruppe |

| | 
|
auf dem Stiflersjoch (2.757m üNN) | | das letzte Drittel - 48 Kehren zum Stiflers Joch |

| | 
|
am 40prozenter - legendär !!! | | Rafenstein am Jenesien in Bozen |
noch acht Tage Zeit ...
in ziemlich exakt einer Woche startet die Elbspitze. Wir haben die letzten Wochen intensivst trainiert und sind trotz teils schlechter Witterungsbedingungen großartige Touren gefahren. Unsere Ziele, wie bspw. den Brocken im Harz haben wir leider meist nur aus der Ferne gesehen, was uns hoffentlich bei der Premiere der Elbspitze nicht passiert. Petrus wir hoffen auf Deine gute Seite und wünschen uns Trockenheit, Sonne und angenehme Temperaturen. In den letzten Tagen vor der Elbspitze wird es eher ruhig um uns werden. Jeder trainiert jetzt nur noch kleinere Einheiten im SB, so dass wir hier auch keine Berichte mehr abliefern werden.
Start ist dann am 19.06.2009 um 10:00 Uhr in Dresden vor der Frauenkirche. Das Team trifft sich in etwa um 9:00 Uhr direkt an der Frauenkirche zu den letzten Vorbereitungen.
Enno is back :-) :-) :-) :-) :-) :-) :-)
Seit gestern wissen wir, dass Enno - einer der ewigen in Fachkreisen beschrieenen "Kampfschweine"- uns auf die Elbspitze begleitet. Mit ihm haben wir schon tolle Radtouren gemeinsam gefahren und Enno hat uns auch zu Pfingsten ins Riesengebirge begleitet. Enno wir freuen uns alle, dass Du Deinen inneren Schweinehund endlich besiegt hast und wieder da bist !
Mehr über Enno erfahrt ihr demnächst unter der Rubrik Team.

immer noch Schafskälte-Tour am 06.06.09
Aufgrund wiederum schlechter Wetterprognosen für Tschechien und insbesondere wegen dem zu Pfingsten erlebten Wetterkapriolen im Riesengebirge haben wir unseren eigentlichen Plan eine Art Elbspitze light (siehe Qualis Dlouhe Strane) leider über Bord werfen müssen. Die Dlouhe Strane hätte vermutlich das ganze Team niedergerungen bei Regen, Kälte und Windstärke 2 - 4 von vorn.
Aus diesem Grund haben wir kurzerhand beschlossen die Fahrtrichtung zu ändern mit dem Ziel Brocken, der höchsten Stelle des Harzes. Von Dresden liegt der Brocken in etwa 350 km entfernt, was bedeutete zeitigst zu starten.
So ging es also Samstagmorgen im Dunkeln um 4 Uhr am Terassenufer los. Die Strecke verlief über Meißen-Oschatz-Eilenburg-Delitzsch-Könnern direkt hinein in den Ostharz. Leider begann es ca. 50 km vor dem Brocken zu tröpfeln, so dass wir uns auch heute unsere Zielvorstellungen -wie bereits im Riesengebirge- abschminken konnten. Ungnädiger Petrus, wehe Du machst am 19.06./20.06. wieder die Schleusen auf !
In Halberstadt, nachdem ziemlich genau 300km gefahren wurden, stiegen wir nach Döner, Pizza etc. in den Zug. Es kann nur besser werden.
 | |  |
morgens 4:45 Uhr in Meißen | | Kartenstudium und Pause in Könnern |
Tour de Riesengebirge
Die Hoffnungen auf der großen Runde zu finishen standen angesichts der Wetterprognosen denkbar schlecht. Schon eine Woche im Voraus war eigentlich klar, das alles ein bisschen anders und ungemütlicher werden würde, als man sich das in den schönsten Träumen vorgestellt hat. Das schlechte Wetter artete zu einer echten Materialschlacht aus, bei der unsere Felgen einige tausend Kilometer alterten und insgesamt 7,5 Platten zu zählen waren, wobei dieser Wettbewerb mit 3 gegen 4,5 Platten eindeutig zu Gunsten der Nicht-Schlauchreifenfraktion ausging. Der Reihe nach:
Tag 1 Anreise
Es ging pünktlich los in Dresden und bis auf eine leicht feuchte Straße schien alles sehr angenehm zu werden. Nach 50 km setzte dann immer stärker werdender Niesel ein, sodass bei 8°C in Zittau die zerfrorene Moral erstmal einen zweistündigen Kauflandaufenthalt bedurfte, bei dem sich aber jeder wieder aufgewärmt hatte. Danach planten wir, bis zu unseren Zielorten durchzufahren. Nach Bogatynia setzte der Regen wieder ein, und es wurde nicht mehr besser.
Bei mir stieg die Nervosität, sollte man vielleicht doch lieber mit den Alexen die Smetava und Spindleruv mlyn von vrchlabi anfahren, um wenigsten warm anzukommen? Die Horrorbilder der Gavia-Überquerungen des Giro bei Schneeregen Stiegen in mir auf, und ich stellte mir vor, wie das dann wohl sei, zitternd in Bormio oder eben Spindleruv mlyn zusammenzubrechen ... immerhin hatte as am Vortag auf dem Spindlerpass geschneit, ich war sehr aufgeregt.
Nach dem die Alexe also ihre Alternativroute angesteuert hatten ging es für das Gros der Gruppe immer tiefer in den Stauregen der Sudeten. Enno, neben Clemens der einzige Nichtelbspitzler, litt schwer im Anstieg nach Sklarska Poreba, der Regen war jetzt richtig in Gange, jedes Auto beschenkte uns mit einem Schwapps Wasser auf die völlig durchnässten Sachen. Die finale Abfahrt vor dem Endkampf am Spindlerpass fand über 400 Höhenmeter in strömenden Regen statt, ich hatte einen Lachkrampf und war froh, dass wenigstens dieser psychologische Notmechanismus noch funktionierte. Doch als ob das nicht sinnlos genug wäre, muss man dann noch mit zusehen, wie Thomas dabei war, einen erneuten Platten zu dichten, am ganz Leib zitternd, und die Lippen vom vielen Heidelbeeren essen ganz blau.
Unser aller Endgegner Przelecz Karkonoska war natürlich sehr hart, aber im Regen ein ganz besonderes Erlebnis, Sturzbäche strömten schräg über die Straße und forderten den Gleichgewichtssinn ... dann noch die quälende Schlussrampe weggedrückt und ich sicherte mir Trophäe - JA! im strahlenden Sonnenschein, das war die Offenbarung: Alles richtig gemacht ;-) - dicht dahinter folgte Thomas. Sebastian hatte auf den letzten Metern einen schlimmen Einbruch und wurde noch von Jens versägt, der sogar noch den deutlich weiteren Weg gewählt hatte. Und Enno ... schaffte es natürlich auch bis hoch.
Die Alexe erreichten 3 Stunden später das Ziel und waren mit ihrer Runde auch überaus zufrieden.
 | |  |
Einkehr ins zittauer Kaufland | | Jens erstürmt den Spindlerpass |
Tag 2 Tour de Riesengebirge
Clemens, Sebastian und Sirko mussten alle Hoffnungen auf die große 7000-HM-Schlacht begraben, weil der Supermarkt widererwartend am Vortag schon sehr zeitig zugemacht hatte und somit kein Frühstück um 4 Uhr morgens möglich war, stattdessen ausschlafen. Aber auch der Rest der Truppe drückte sich, denn es regnete bis weit in den Vormittag hinein, bei Temperaturen zwischen 3°C und 5°C auf dem Spindlerpass. Clemens drängte dann endlich gegen 11 Uhr auf einen Start und so ging es zusammen mit Sebastian und Sirko auf eine Ersatzrunde. Kurz hinter dem Ortsausgang Spindleruv mlyn waren die Straßen trocken ... welch Ironie! Der erste Tag des Berges - Prazska Bouda (Cerny Dul) - erfüllte alle Erwartung, rampig wie das Böse steckt er Cerna Hora vielleicht in die Tonne, Salite.cz wird darüber demnächst aufklären. Dann wählten wir die Abfahrt über Javor, die angesichts ihrer Nässe und der tiefen Regenrinnen aller 100 Meter sowie der 12 % Gefälle als eher Gefährlich einzustufen ist ... Bunny-Hop-Training vom feinsten. Nun war die Zeit Reif für den härtesten Berg der erweiterten Heimat, der Modre Sedlo. Ja, es ging sogar recht gut. Man darf sich das natürlich nicht vorstellen wie bei den Profis, die da mit 20 km/h irgendwelche 5%-Spielzeugberge hochfahren, am Modre Sedlo sind es 11,5 % im Schnitt, das pedalieren weicht dem brutalen Gedrücke, herrlich. Es war ein Erlebnis, 1A, wie der Name des zugehörigen Radweges am Modre Sedlo schon verrät. Nach dem Abbiegen an der Vyrovka Bouda war extremer Gegenwind, die Sichtweiten gingen gegen 5 Meter und der letzte Kilometer ging vorbei an mächtigen Schneewehen, die 2 Fahrspuren im teilweise 20 cm tiefen Schnee waren nicht breit, aber es reichte aus ... es worden wieder alle Erwartungen übertroffen, so stellt man sich ein Passerlebnis vor, und auch diesmal erreichten uns fasst die Sonnenstrahlen.
In der ewigen Abfahrt nach Vrchlabi rissen die Wolken sogar richtig auf, und die grandiose Fernsicht implizierte mir sofort, dass wir noch an diesem Tag an der Vrbatova Bouda ankommen wollten. Dazu musste aber erstmal wieder anderthalb Stunden in Vrchlabi gewartet werden, bis der Regen vorbei war. Sebastian und Clemens wählten einen Kammweg ab Benecko, Sirko wollte nochmal Jizerkatal hinunter um den vollen Hochgenuss dieses bekannten Anstieg zu haben.
Wenn man über Jahre hinweg beim Kartenstudium sich immer wieder in diesen großen Serpentinen oberhalb von Horni Misecky verliert, dann denkt man, das man nur enttäuscht werden kann. Aber wenn in Dolni Misecky der Blick freigegeben wird in den riesigen, befelsten Kessel zu Fuße des Kotel, und man fast 700 Meter hinauf blickt zum Kamm, wo die Vrbatova Bouda steht, dann kommt absolutes Stelvio-Feeling auf. Die zu überwindenden Höhenmeter sind freilich noch nicht episch, aber für den gemeinen Ergebirgler hinreichend, um sich dem Bergfahren völlig hinzugeben, Kehre um Kehre vergeht. Nach der letzten Kurve fährt man etwa 2 km am kahlen Hang entlang, majestätisch thront man 1000 Meter über dem Umland, die abregnete Athmosphäre entblöst die Landschaft bis weit in die Ferne ... man muss nicht träumen, um das zu erleben.
Oben ging dann ein kräfites Gewitter los, und der Trupp machte sich auf kürzesten Weg - das war in diesem Fall ein Skihang - hinab nach Spindleruv mlyn und lies - völlig durchnässt - von den Gedanken ab, zu den Kameraden auf dem Spindlerpass zu fahren. Die trieben sich derweil aber auch an der Vrbatova herum, erreichten sie aber aufgrund des gleichen Gewitters nicht ganz, und wählten den gleichen Skihang als Abkürzung, und pünktlich zum Abendbrot wieder im Hotel zu sein … wir hatten uns nur knapp verpasst.
 | | 
| |  |
Gipfelsturm am Modre Sedlo | | Einladende Blicke zum Kotel zwischendurch | | Ultimative Felgenverschleißabfahrt nach Spindleruv mlyn |
Tag 3 Abreise
Geschlossen ging es am morgens nochmal zur Vrbatova Bouda, die Fernsicht war wieder atemberaubend. Zuvor mussten auf dem Radweg K12 aber über 400 Höhenmeter mit durchschnittlich 9,2% Steigung genommen werden, eine nichttrivial Übungen. Jochen und Janko, unsere geheimen Spezialtrainer, waren auch den Rest des Tages mit unseren Schmerztrainings- und Laktat-Einheiten sehr zufrieden. Weiter ging es dann mit Kozelsy potok (schönster Waldweg) für die Bergfahrer und der großen Umweg über Jilemnice für die Rolleure. Einige Platten bewirkten, dass wir 14 Uhr noch immer in Rokytnice saßen und aßen, was für meine Begriffe beunruhigend war. Soweit ist man von zu Hause nun aber auch nicht weg! Also aufgesattelt und über das Isergebirge heim. Alex und Alex wählten eine Route über den Jested, der Rest fuhr den traumhaften Radweg 22 über Jizerka. Auf den Weg hinauf konnte man immer wieder zur Schneegrubenbaude blickend Abschied nehmen vom Riesengebirge, das sich so ungnädig gezeigt hatte. Dank viel Rückenwind lief es auf der E442 - wie immer - richtig gut, auch wenn Jens aufgrund seines Gesundheitszustandes leider kein leichtes Spiel hatte.
Dank großzüger Ü-300-W-Einlagen waren wir dann doch noch überpünktlich 20.30 Uhr zu Hause in Dresden, noch immer weiß ich nicht, warum wir die letzten 70 km dermaßen geheizt sind, aber es hat wahnsinnig Spaß gemacht!
Die Alexe erreichte noch gerade im Hellen das Ziel, alles nochmal gut gegangen so zusagen.
Alles in allem ein sehr gelungenes Pfingstwochenende, ich fiebere dem Riesengebirge 2010 entgegen, im Kampf gegen die brutalen Berge. Vielleicht dann aber lieber untergebracht in Benecko, dem angeblich sonnigsten Ort Böhmens!
 | | 
|
Giro-Athmosphäre am Blockhaus ... unsere Alexe an der Vrbatova bouda | | Erstmaa eeene roochen in Rokytnice |
Tour de Riesengebirge zu Pfingsten
Am Freitag sind es noch genau 3 Wochen bis zum Start. Für uns heißt das weiter fleißig auf dem Rad Kilometer runterreißen. Trotz durchwachsener Wetterprognosen starten wir am Samstag morgen 6 Uhr in Dresden zur Fahrt ins Riesengebirge. Auf den ca. 200 km bis Spindlermühle werden wir allerdings keine Bäume ausreißen, da wir am Sonntag ein schweres Programm vor uns haben und am Montag auch noch zurück nach Dresden pedalieren. Insgesamt erwarten uns in den 3 Tagen ca. 650 km mit vielen vielen Bergen und hoffentlich wenig Nass von oben. Wer mag kann uns gern ein Stück begleiten. Wir teffen uns wie schon geschrieben um 6 Uhr am Gasthof Weißig an der B 6 etwa 2 km hinterm Ortsausgang Dresden und rollen erstmal auf den Bundesstraßen bis Zittau, um dort dann über das Isergebirge in Rübezahls Revier vorzustoßen. Das Tempo bis Zittau wird in etwa bei einem Kilometerschnitt von 30 je h liegen.
Streckenbesichtigung und Test am Berg 21.05 - 24.05.09
Dank dem Einfluss der deutschen Männer auf die Feiertagspolitik der Deutschen verbrachte ich das verlängerte Wochenende mit meiner Familie in den Alpen. Auch aufgrund der begeisternden familiären Unterstützung für das Projekt Elbspitze 2009 haben wir direkt in der Edelweißhütte bei Familie Lederer in 2.571m Seehöhe Quartier bezogen.
Die Hinfahrt nutzten wir um per Auto die anvisierte Streckenführung des Elbspitzmarathons unter die Lupe zu nehmen und geeignete Pausenorte für das Verpflegungsfahrzeug auszumachen. Im Fazit dessen steht, dass die Piste mit jedem abgearbeiteten Kilometer weiter landschaftlich schöner wird. Insbesondere der Abschnitt von Plzen (km 200) bis Bayrisch Eisenstein (km 280) mit dem grandiosen Blick auf den Großen Arber im Bayrischen Wald hat sich dabei als sehr imposant erwiesen. Allerdings ist dieser Streckenabschnitt auch sehr wellig und wird nicht einfach so aus dem Ärmel zu schütteln sein. Schön wäre es, wenn wir es noch im Hellen über den Kamm des Böhmisch/Bayerischen Waldes schaffen könnten, um uns diesen grandiosen landschaftlichen Augenschmaus zu gönnen und diesen gleich mit einem längeren Verpflegungs- und Umrüstungsstopp in Bayrisch Eisenstein oder Zelezna Rudy zur Vorbereitung der Nacht (Klamottenwechsel/Licht anbauen) verbinden könnten.
Natürlich wird das Ganze noch getoppt, wenn man bei guten Sichtverhältnissen ab Altötting (km 430) die Alpen am Horizont ausmachen kann und in Gedanken schon den Hochgenuss des noch abzuarbeitenden Schlussanstieges durchspielt. Bereits im Auto hat sich bei mir auf Basis dieser Tatsache die Vorfreude auf die Elbspitze immens erhöht und ich habe mir vorgestellt, wie die Kurbel noch ein wenig kraftvoller in Richtung Süden gedrückt wird und der Einheizer des Marathonzuges vielleicht noch eine Schippe an Speed draufpackt und alle Wagons trotz einiger Zipperlein ohne zu Mucken mitziehen.
Kommt man dann in Inzell -der Heimat unserer EisAnni- an befinden wir uns bereits auf den letzten 100 km des Elbspitzmarathons und erstmals seit ungefähr 20h nach dem Start direkt in den Alpen. Ab hier geht es bis Schneizelreuth zur GoldUschi kontinuierlich bergan. Von der Umgebung her ohne Zweifel die bisher schönsten Kilometer, aber eben auch die Schwierigsten. Haben wir in Schneizelreuth die Passhöhe passiert, rollen wir quasi bis zum Fuße der Großglockner Hochalpenstraße bergab. Bleibt zu hoffen, dass uns der Wind etwas Unterstützung bietet und wir somit Kräfte für das schwere Finale an der Edelweißspitze aufsparen können.
Das Finale ja das Finale, dass ist schon etwas ganz Besonderes. Auf mich der nunmehr das erste mal mit dem Rennrad einen Alpenpass gefahren ist, hat die Edelweißspitze einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Im Gegensatz zu den hiesigen Mittelgebirgsanstiegen stellt sie neben der landschaftlichen Ehrenkategorie sportliche Anforderungen an den Rennradler, denen ich bisher noch nicht gegenüber gestanden habe. Dies umso mehr, wenn man vorher 565 km Anreise bewältigt haben wird. Ab der Embachkapelle hinter Fusch (863m) geht es noch moderat aber stetig steigend bis zur Mautstation Ferleiten auf 1.150m hinauf. Ab hier nimmt die Steigung sofort auf 10% oder mehr zu und lässt in den folgenden 13 Kehren hinauf zum Fuscher Törl (2.433m) nicht nach. Im Gegenteil oftmals zeigt der Steigungsmesser Werte um 12 - 13%. Nur direkt in den Kehren bleiben Sekunden zur kurzen Erholung. In Kehre 10 (der sogetauften Hexenküche) auf 2.116m Höhe taucht links über uns das erste mal der Zielpunkt, die Edelweißspitze, auf. Aber bis dahin sind noch harte 455 hm (1x Krupka) zu bewältigen, die sich insbesondere in den 6 Kehren der geplasterten Stichstraße vom Fuscher Törl hinauf zur Edelweißspitze nochmals in den Beinen melden werden, denn hier nimmt die Steigung auf bis zu 16% zu und der Wind ist auch heftigst zu Gange.
Ich habe bei der Ankunft am Fuscher Törl die noch abzuarbeitenden 140 Hm hinauf zur Edelweißspitze bei meinen 2 Auffahrten stets gut bewältigt. Immerhin hat man es dort so gut wie geschafft und die Vorfreude auf den Ausblick wird immer größer. Meine Zeiten Ferleiten/Edelweißspitze waren einmal 73 min und tags darauf 75 min. Ich denke das wird am 20.06. jedoch nicht erreicht werden können. Wahrscheinlich wird ein dreistelliger Minutenwert zu Buche stehen, aber wir kommen ja am 20.06. nicht zum Rekorde aufstellen.
Nicht zu Unrecht zählt die Edelweißspitze zu den schwierigsten Anstiegen Österreichs. Nach der Bewertung bei www.salite.ch belegt der Großglockner Rang sechs. Dennoch, insbesondere aufgrund der geographischen Nähe habe ich mich auch dazu verleiten lassen, am Samstag nach Kitzbühel zu fahren, um dort auf das Kitzbühler Horn zu radeln, dem drittschwierigsten Anstieg Österreichs. Verglichen mit dem in Kitzbühel erlebten Schindereien bin ich heilfroh das wir am 20.06.09 "nur" auf die Edelweißspitze müssen und unser Marathon nicht "Elbhorn" heißt.
In diesem Sinne .... die Edelweißspitze wartet auf uns, gebt gas Jungs !!!!
 | |  | |  |
Summit Edelweißspitze | | immer aufwärts | | Kehre 18 auf 2.506m |
 | |  | |  |
Zielpunkt Großglockner | | Lora im Ziel | | fix und foxi auf dem Kitzbühler Horn |
Erzgebirgsumrundung am 23.05.09
In knapp 4 Wochen steht schon die Elbspitze an, und auf uns wartet der abschließende Trainingsblock, der nochmal die härtesten Einheiten für uns parat hält, bevor es dann ernst wird. Während Thomas diesen Block mit einem geheimen Trainingslager beginnt, müssen wir anderen uns natürlich ebenso qualitativ hochwerdige Gedanken machen. Sirko geisterte seit geraumer Zeit die Idee der Erzgebirgsumrundung im Kopf rum, allerdings hatte er bis zum Schluss Zweifel, ob das so sinnvoll sei. Hier sollte es lang gehen, ganz schön viele km. Dann aber am Abend vor dem entscheidenden Termin erhielt er einen Anruf von seinem Spezial-Geheimtrainer Jochen Behle: "Junge, so geht das nicht weiter, entweder du steigerst jetzt deinen Schmerztrainingsanteil wieder auf 20 %, oder das wird sowieso nicht am Glockner mit dir. Das hast du doch bei der Evi gesehen, die hat es auch nicht auf die Reihe bekommen ... "
Das waren natürlich harte Worte für mich, also entschied ich mich wenigstes bis Höhe Moravany zu fahren, und falls es mir nicht gut ginge, dort abzubrechen und über Osek heimzufahren. Was für ein Selbstbetrug, natürlich rollte es bis Lovosice unnormal gut, also ging es auf zur großen Runde. Der anfängliche Rückwind von WNW wich dann natürlich ab Lovosice bis Oelsnitz einem leichten Gegenwind, aber das waren ja nur 200 km. Viel Schlimmer war das Streckenprofil ab Lovosice, denn was so friedlich-flach begann, entwickelte sich zu einer 350 km langen Achterbahnfahrt, permantentes hoch und runter vereitelten jeglichen Rhythmus, dabei gab es keinen einzigen Berg, was mich aber nicht weiter traurig machte. Denn von Decin bis Marktneukirchen gab es landschaftlichen Augenschmauß pur. Besonders angetan war ich vom Slavkovsky les (Kaiserwald): sehr dünn besiedelt und wunderschöne Straßen. Und immer wieder war ein Blick über das Duppauer Gebirge hinweg zum majestätischen Keilberg hin möglich. Das Traumwetter machte das nur noch perfekter. Außerdem hatte ich am längsten Anstieg des Tages einen Begleiter aus Morgenröthe-Rautengranz, was sich auch wunderbar ergeben hat. All unseren wichtigen Berge habe ich übrigens gesehen, angefangen bei der Bukova Hora über Dlouha Louka, Meluzina .... und keinen einzigen gefahren.
Auf deutscher Seite war es dann wie zu erwarten nicht mehr so schön, überall Zivilisation, ständig Ampeln und radfahrerfeindliche Städte wie Oelsnitz. Da kam dann auch prompt die Schwächephase, die sich aber nach 50 km wieder gab. Abends gings dann mit wenig Verkehr durch dei Stadt der Moderne, Chemnitz. Was hat Chemnitz für sein Rennradler getan in den letzten Jahren? Also ich hab 3 sinnlose Radfahrerverboten-Schilder gezählt, aber mich auch darüber gefreut, dass die Umgehung der B173-Schnellstraße jetzt endlich komplett RR-tauglich ist. Mit ordentlich Druck auf dem Pedal brach die Nacht heran. Es war ein sehr schöne Tour, wenn auch Solo, aber wollt ja keiner mit ;-) Mit den 469 km, 4950 HM, ca 9000 km² umrundeter Fläche und dem 29,8er Schnitt kann ich gut Leben, ich freu mich schon riesig auf die Elbspitze!
 |
Deutlich zu sehen: Nach der Deutschen Grenze gings den Bach runter, aber der Speed war bald wieder da, nur die Herzfrequenz eben nicht! |
Bericht "Erzgebirge strong" am 09.05.09
Um 06:00 Uhr starteten die vier Elbspitzler Sebastian, Sirko, Thomas und Jens zusammen mit den zwei Cielabern Steffen (Mister X) und Enrico (Lippi) um die „Erzgebirge strong“ in Angriff zu nehmen. Gemütlich ging es durchs Pöbeltal auf den Erzgebirgskamm. Am Grenzübergang Neurehefeld tauschten wir alle Euros in Kronen während Enrico sich von einem tschechischen Köder verfolgt fühlte und Reiß-aus nahm. Nach der Abfahrt nach Hrob stand ein Schnitt von 28,5km/h auf der Uhr, der sich dank hochwertiger Führungsarbeit von Basti und Sirko in der tschechischen Tiefebene bis nach Klasterec auf 31,5km/h stieg. Hier machten wir nach 125km große Rast am Supermarkt, wo sich jeder noch einmal den Bauch und die Taschen füllte um in anständiger Manier die Anstiege zu meistern. Das Wetter spielte bis dato ganz gut mit. Zwar schien die Sonne nicht, dafür blieb es aber trocken. Wir fuhren nach halbstündiger Pause weiter Richtung Ostrov. Da alle sechs Fahrer unterschiedliche Leistungsniveaus haben, entschied jeder für sich, wie viele Anstiege er fährt. Richtig rocken ließen es Thomas, Basti und Sirko. Sie bogen als Erste rechts in die Anstiege ab und fuhren nacheinander Horni Halze, den noch unbekannten Anstieg Vysoka Sec und zum Schluß den Klinovec über Jachymov. Jens fuhr nur Vysoka Sec und Klinovec. Enrico fuhr zum Klinovec über Krasny Les hoch und Steffen dagegen über Jachymov. Aufgrund zweier Platten bei der Schlauchreifenfraktion, was sie immer unbeliebter bei den Drahtreiflern macht, wurde aus der Zusammenkunft auf dem Klinovec leider nix, denn wir verpassten Enrico, der allein schon den Heimweg angetreten hatte. So saßen wir nur noch zu fünft bei mittlerweile heiter Sonnenschein auf dem Klinovec zusammen, aßen und tranken reichlich, denn jeder war auf seine Art vom Fahren der Anstiege angeschlagen und uns allen graute vor der 150km langen Rückfahrt. Nach einstündger Rast bügelten wir mit ordentlich Speed die welligen Nebenstraßen und später die B101 lang und kamen super bis Brand- Erbisdorf durch. Hier legten wir nach 100km noch einmal eine kurze Rast ein, die jeder für nötig erachtete. Pünktlich vor Einbruch der Dunkelheit trafen wir um 20:15 Uhr in Dresden ein und am Ende standen bei Jens 315km und 4200hm auf der Uhr. Die drei Bergziegen schafften es auf 330km und 4900hm. Mit einem Schnitt von 29 km/h waren wir recht zügig unterwegs.
Fazit: Die Elbspitzler sind fit wie nie zuvor, die signifikanten Leistungsunterschiede vom letzten Jahr schwinden langsam aber sicher und die Harmonie im Team stimmt mehr denn je. Und eines ist auch wichtig...es gibt immer viel zu lachen, wenn solche Sprüche gerissen werden...
Basti’s Kommentar zur 150km langen Heimfahrt: Sirko’s Kommentar zu solchen Runden:
„Zum Glück geht’s nun mehr bergab als berg runter“ „Sowas muss traumatisieren, das darf keinen Spaß machen!“
 | |  |
Im Pöbeltal unterwegs Richtung Erzgebirgskamm Enrico im Vordergrund | | Kurz nach der Abfahrt vom Bournak, ab hier wurde Speed gemacht |
 | |  |
Zeitfahren in der tschechischen Tiefebene | | Thomas und seine strammen Wadeln |
 | |  |
Pause in Klasterec am Supermarkt | | Thomas und Basti auf den letzten Metern zum Klinovec |
 | |  |
Große Rast bei einem kühlen Blonden Basti, Sirko, Steffen, Thomas, Jens (v.l.n.r.) | | Thomas (r.) gönnte sich Gulaschsuppe, Sirko (m.) Knödel mit Gulasch und Basti ein Süppchen |
Coming soon "Erzgebirge strong" die 2. Qualifikationstour
Qualifikationstour, welch unpassendes Wort oder vielleicht doch ? Nachdem wir die "Heimat light" bereits Ende März gefahren sind und die Wochenenden bis zur Elbspitze rar sind, fällt am kommenden Samstag der Startschuss zur von uns getauften Erzgebirge strong. Die Strecke ist entgegen der Beschreibung leicht verändert, fest steht aber, dass reichlich 300 km bei mehr als 5.000 Hm zu absolvieren sind. Das Profil ist ziemlich schwierig, wer nicht 100% fit ist, wird einen der 3x langen und schweren Kammanstiege im Westerzgebirge auslassen müssen, um halbwegs gesittet den Rückweg antreten zu können. Jens mauert schon jetzt und will abkürzen, er ist also raus aus der Elbspitze. Nein nein kleiner Joke. Bis auf O-Alex sind wir vollzählig und freuuen uns auch einige gute Bekannte mit dabei zu haben. Begleiten wird uns Enrico und Steffen, vielleicht noch ein paar Fahrer mehr. Bis demnächst ...
Bericht vom „Geheimtrainingslager“ Usti vom 1.-3.5.09
Ganz pragmatisch, am Tag der Arbeit, starteten Sirko und Sebastian Vormittags zu einem Radwochenende mit Clemens, um dem Ceske Stredohori mal gründlicher auf die Pelle zu rücken, was eben, wie jeder der die Gegend im Dreieck Decin-Bilina-Litomerice kennt weiß, ohne körperlicher Schweißarbeit und per Rad auch mit ordentlichem Bremsbelagverschleiß ein Ding der Unmöglichkeit ist, solange man nicht schon direkt unten im schönsten Abschnitt des Elbtals überhaupt -also irgendwo zwischen Decin und Lovosice-, der Versuchung unterliegt und mit guten böhmischen Pivo vorzeitig versumpft. Dank des Wissens als geübte CZ-Radtouristen um die Zeitproblematik dieser Versuchung und der ungleich kleineren Anziehungskraft des Gerstensafts auf Sirko war dies für uns eher eine kleine Herausforderung.
Mittags in Usti angekommen trafen wir uns mit Clemens, der zeitgleich mit dem Zug aus Brno angereist war, und machten uns auf unsere Rucksäcke in dem sehr schönem von ihm organisierten Privatquartier los zu werden und uns mit der sehr gastfreundlichen Hausherrin bekannt zu machen.
Dafür ein großes Dankeschön von Sebastian und Sirko an Clemens und natürlich an die Hausherrin!
Von den meisten zum Fahren unnötigen Utensilien befreit fuhren wir Nachmittags größtenteils schön an der Elbe entlang weiter nach Litomerice um von dort aus mal von der Rückseite aus ins Stredohori zu gelangen. Bezeichnend die ganze Gegend und und von Interesse für Radfahrer sind sowohl die langen mit 8-10% vergleichsweise noch flachen Anstiege im Wechsel mit zwar kürzeren aber dafür reglmäßig deutlich steileren Stichen. Geradeaus gibt’s dort so gut wie nicht. Ziel war der Gipfel des Varhost, der mit knapp 640m Höhe mit zu den höchsten Erhebungen zählt und einem Aussichtsturm bietet, der einen über das Kronendach der herrlichen Laubmischwälder hebt, und damit einen vorzüglichen Aussichtsberg darstellt. Die letzten 70 Hm sollten dann noch die ersten steilen Crossmeter werden, die aber trotz 23er Rennradmänteln gerade so fahrbar blieben. Danach ging's durch etliche Senken und Sättel über Malecov zurück nach Usti, wo wir uns noch fix die Dobeticka anschauten und danach das fertige Abendessen in uns stopften.
Am Samstag morgen starteten wir zu christlicher Zeit um halb Neun rum, natürlich erst einmal quer durchs Stredohori über Nemci, einen der schwersten Anstiege dort, und Pferdeweide bis nach Ustek. Von dort aus dann weiter durchs uns bisher unbekannte Kokorinsko (einer typischen Sandsteinlandschaft) über Duba, Mseno und Kokorin. Da es mittlerweile Nachmittag geworden war (Pferdeweiden, noch dazu bergauf, rollen halt schlecht) ging es nach einer ordentlichen Cukrana- und Potravinypause im Flachland wieder gen Nordwesten. Das letzte anvisierte Tageshighlight, die Auffahrt, Aussicht und das Pivo auf dem Lovos, einem typischen Vulkankegel am südlichem Rand des Stredohori, stellte sich dann leider für von etwas Zeitdruck getriebene Rennräder als ungeeignet heraus. Also ging es gleich wieder runter an die Elbe auf dem Radweg nach Chvalov den vorletzten Anstieg des Tages. Als Ersatz für den Lovos ging's dann zum Ausklang die Novaveska in Usti hinauf zum wohlverdienten Pivo.
Am Sonntag Vormittag, nach gemachten Aufräumarbeiten im Quartier haben wir die Auffahrt zum Varhost von Nordwesten aus erkundet. Diese wäre aber nach dem entscheidenden Rechtsabzweig selbst für hartgesottene Mountainbiker eine echte Herausforderung gewesen, so dass wir auf schmalem Wanderpfad geradeaus weiter nach Cereniste weiterfahren mussten. Ein herrlicher Waldweg, bloß Clemens fand ihn nicht so schön, weshalb er für die Bergwertung lieber auf die nächst südlicher gelegene Straße in Richtung Hlinna auswich, und wir uns für Mittag zum Pivo auf Burg Strekov verabredeten. Über die mittlerweile vertraute Abfahrt über Malecov runter nach Usti schafften wir es fast pünktlich auf die Burgterrasse. Das Anschließende Mittagessen im Quartier war wieder vom Feinsten, entsprechend gut rollte es anschließend im Flachen an der Elbe entlang, entsprechend schlecht aber ab Techlovice den für Rennradler extrem empfehlenswerten (mal grober Schotter, mal feines Laub, Äste, 'ne umgestürzte Buche auf'm Weg und das alles bei ca. 15% +/- 3% über die mittleren 200Hm -vom feinsten) Anstieg zum Bukova Hora hinauf. Der Rucksack, da wir uns quasi ja schon auf der Heimreise befanden (Clemens wieder im Zug gen Osten) tat sein übriges dazu. Geplättet ging's dann hauptsächlich in Sirkos Windschatten mal wieder nach Litomerice, wo eine InterSpar-Pause mit reichlich Zuckerkonsum unausweichlich geworden ist. Die Uhr beeinflusste dann entscheidend die Wahl der Strecke zurück nach Dresden. So kam es, dass wir uns kurz danach auf feinstem Flüsterasphalt der E55, den Blick erst auf den Milesovka, dann auf den Erzgebirgskamm gerichtet, über das für die Menschheit ausserordentlich wichtige, aber nur leider nur unbefriedigend gelöste, Bukova Horaproblem meditierend, trotz der Anstrengung der letzten Tage recht zügig gen Dresden rollten. Ab Altenberg könnte man sogar behaupten, dass ziemlich gehackt wurde, ob das nach den zahlreichen Offroadkilometern und den noch zahlreicheren steilen schlaglochreichen Abfahrten Sirkos bisherigen Jahresschnitt allerdings aus den roten Zahlen gebracht hat ist eher unwahrscheinlich, vermutlich wird dafür noch die ein oder andere DD-Lovosice-DD-Tour nötig sein.
Alles in Allem war es ein sehr schönes bloß leider viel zu kurzes Wochenende.
Die Bilanz für die Statistik: 3 Tage 527 km, 8000 Hm, bei 'nem Gesamtschnitt von 25,8 und viel zu wenig Bier für so viele potentielle Gelegenheiten wie in CZ. (Fazit: die Tage sind Anfang Mai halt immer noch noch viel zu kurz, und/oder wir so viel zu langsam, dass einfach zu wenige Pausen heraus gefahren werden können bzw. 'ne ausreichend zeitige Zieleinfahrt gewährleistet ist.)
 | |  |
Blick aus dem Fenster der Gastgeberin | | Cereniste fast geschafft, Clemens folgerte schon vorher: "Jungs, das ist so der Punkt, an dem man ernsthaft überlegen sollte, ob man vielleicht doch umkehrt." |
 | |  | |  |
Clemens und Sirko auf dem Varhost | | Traumanstieg "Kundratice (Litomerice)" | | Ausblick von Nemci |
Nachtrag von Sirko: Ein fantastisches Wochende in guter Gesellschaft der vernünftig unrasierten Triple-Fahrer! Ich glaub der Kokorinsko wird für mich Ziel zuküftiger Unternehmungen sein, da die Straßen dort sehr schöne angelegt sind und die An- und Abreise dank Stredohori und Erzgebirge eine sehr schöne Dramaturgie verspricht! Danke nochmal an unsere tschechischen Gastgeber, die uns die 3 Tage versüßt haben.
01. Maiwochenende 2009
Am Freitag starteten F-Alex, Jens und Thomas gemeinsam in Richtung Keilberg/Klinovec (höchster Punkt des Erzgebirges) um endlich mal die 300 km-Marke zu knacken und nebenbei ein wenig an der Bergform zu feilen. Wir legten bereits um 06:30 Uhr in Dresden los und trafen uns gegen 11 Uhr in Klasterec nach ca. 120 km am Penny-Markt mit O-Alex, der vom Sportzentrum Rabenberg zu uns stieß, da er dort mit seinen Schülern im Schwimmtrainingslager verweilt. Nach ca. 140 km haben wir alle den Meluzina über Krasny Les voll genommen. O-Alex hatte bereits im Flachen hinter Straz attakiert, wurde aber dann bereits vor Krasny Les gestellt (grins). Nach der Bergankunft auf dem Klinovec haben wir pausiert und uns mit der guten böhmischen Küche gestärkt. Unser beiden Alexe sind im Erzgebirge verblieben. Jens und ich haben die Heimfahrt über 150 km auf den Bundestraßen 95/101 nach Dresden genossen :-( ... elenden motorisierten Biker machen Lärm ohne Gnade und stinken wie die Pest. Nach reichlich 10h Fahrzeit zeigte der Tacho 298 km mit 3.900 Hm und einem 28,4er Schnitt.
F-Alex legt derweil noch ein komplettes Trainingsprogramm im Erzgebirge hin. Er wird vermutlich um die 600 km mit ca. 10.000 Hm an diesem Wochenende abspulen. Verrückt, er hat bis jetzt schon knapp 6.500 Jahres-km auf dem Tacho stehen. O-Alex ist dem fast ebenbürtig. Jens und Thomas kommen jeweils in etwa auf 5.300 km.
Sebastian und Sirko trainieren auch fleißig. Um uns an der Edelweißspitze richtig zu versägen wird das sogar geheim gemacht ;-).
 | |  |
F-Alex und Thomas | | Windbreaker-Jens |
 | |  |
Treff in Klasterec mit A. Winokourov (O-Alex) | | Klinovec 1.244m ü. NN |
Trainingslager auf Teneriffa - 04. bis 18. April 2009
Als Erstes vorn weg: Es war eines der schönsten Trainingslager, die ich in meinen bisher 17 Jahren als Trainer erleben durfte. Tolle, engagierte, disziplinierte und vernüftige Sportler, die mir dadurch mein persönliches Rad-Training an einem der wohl schönsten Fleckchen (Teneriffa, Valle la Orotava, Puerto de la Cruz) auf unserer Erde ermöglichst haben.
Insgesamt habe ich in den zwei Wochen auf den Kanaren 1.340 Rad-Kilometer mit sage und schreibe 32.910 Höhenmetern absolviert, viele tolle Bilder zu sehen bekommen und schöne Begegnungen gehabt. Viermal - an den "trainingsfreien" Nachmittagen der Sportler konnte ich grosse Runden ziehen. Nach der längsten Tour standen immerhin 186 Kilometer mit 5.400 Höhenmeter auf dem Tacho. Neben dem Teide habe ich auch die ganze Insel -Teno-Gebirge, Anaga-Gebirge, Mercedes-Wald mit dem Rad erkundet. Einer der beeindruckensten Anstiege auf Tenriffa ist wohl Masca. Flach geht nicht! Nur bergauf- oder bergab! Unter 20 Höhenmeter pro Kilometer findet man keine Strecke. Insgesamt habe ich sieben Mal den Teide (Spaniens höchsten Berg) mit circa 2.400 Höhenmetern am Stück auf reichlich 40 Kilometern in den zwei Wochen bezwungen. Am letzten Tag wollte ich es noch mal wissen und habe den Teide-Anstieg nochmal versucht "voll" zu fahren. Trotz grosser Anstrengungen und "Schmerzen" habe ich es in sage und schreibe zwei Stunden und 23 Minuten das Teide-Platteu bis auf circa 2.150 m üNN auf circa 40 Kilometer geschafft. Oben war ich über diese Leistung richtig "happy und stolz"! "Nebenbei" habe ich noch das morgentliche Lauftraining - noch vor dem Frühstück (jeweils circa vier bis fünf Kilometer) -, das Bauch - Rücken , Therabandtraining sowie die Teamspiele: Beachvolleyball, Fussball, Wasserball und Frissbee gemeinsam mit den Sportlern absolviert.
Da ich mich schon auf Tenriffa trotz des umfangreichen Training immer besser gefühlt habe, musste am Sonntag direkt nach unserer Ankunft am Vorabend ein Leistungstest an zwei miener "Hausberge" sein. Wie schon erwartet habe ich meine Bestzeiten förmlich pulverisiert. Für den "Rungstock" mit ca. 4,3 Kilometer und 300 Höhenmetern steht meine neue Bestmarke nun bei 13:45 Minuten sowie von Litvinov nach Kliny mit circa 8,3 Kilometer und 500 Höhenmeter in 30:50 Minuten.
Alexander Steiner

| | 
|
Trainingsrunde am ersten vollen Tag nach Buenavista | | gleich dreimal getroffen - Team Liqiugas - Danke für das Wasser! |

| | 
|
Teno-Pass in den Wolken - 1.117 m üNN | | Los Roques in den Las Canadas mit meinem Trainingsrad |

| | 
|
Masca - ein Traum !!! | | hinterm Katusha-Man |

| | 
|
Blick vom Teno Richtung La Gomera | | vor dem Teide |

| | 
|
das Planetarium auf dem Teide-Platteu | | Liqiugas zum Zweiten - diesmal nach dem Bezwungenen Mascaanstieg |

| | 
|
Blick nach Santa Cruz und Gran Canaria | | der Teide und La Plama im Hintergrund |

| | 
|
was für ein traumhaftes Bild als Belohnung nach dem 7ten Mal Teide | | Teide zum 7ten - YEAH !!! |

| | 
| | 
|
Las Canadas Beginn aus Richtung Südanstieg (Vilaflor) | | Puerto de la Cruz & La Orotava | | ein super Trainingslager !!! |
Auf ins Isergebirge (19.04.09)
Die Vorbereitung auf die Elbspitze bekommt so langsam echte Züge. Am Sonntag rollen wir mit unseren Velos von Dresde über Zittau ins Isergebirge. Auf der Rückfahrt wollen wir unserem Freund, dem Jeschken, wiedermal einen Besuch abstatten. Insgesamt werden wohl über 300 km zu absolvieren sein. Als Besonderheit will das Team ab Decin nicht flach an der Elbe die letzten 50 km abspulen, sondern über den Sneznik (Hoher Schneeberg) die Bergankunft an der Edelweißspitze im Miniformat simulieren.
Mal sehen wie es läuft.
Zahlen: Bisher stehen bei uns pro Nase zwischen 3.500- 5.500 km zu Buche. Die Vorbereitung läuft bis dato sehr gut und geht nun schon ans Eingemachte. Die Elbspitze rückt näher ... noch reichlich 2 Monat Galgenfrist ...
Ostern die 2.
Am Ostermontag pedalierten Basti und Alex mit mir gemeinsam im Trainingslager Erzgebirge. Hierfür reisten sie extra mit ihren Bikes aus Dresden an und hatten eine sehr kurze Nacht. Wir haben einen Teil der Qualifikationstour "Erzgebirge strong" getestet und spulten insgesamt ca. 270km mit 4.000 Hm (ich 100 km weniger ;-))ab, während andere "faulere Figuren" mit Ihren motorisierten Zweirädern die 1. krawallspendende Ausfahrt machten. Schämt Euch Ihr Umweltverschmutzer :-) Die Osterbilanz sieht bei unserem Team sehr unterschiedlich aus, da auch einige einfach die Zeit mit ihren Familien intensiver nutzen wollten. Für F-Alex und Thomas standen ca. je 600 km mit etwa 10.000 Hm auf dem Tacho. Wir denken, damit hatten wir die Nase vorn über die Feiertage.
 | |  | |  |
Man man man | | Blick vom Erzgebirgskamm | | Basti mit Blick zum Fichtelberg/Keilberg |
Ostertraining Olbernhau die 1. "Grand Malheur am Meluzina"
 | |  | |  |
Auffahrt nach Maly haj | | Weg kurz vor Lesna auf ca. 870 m ü. NN | | böser Meluzina aaaaargh ! |
Nach dem Mittwochs-Einrollen mit 95 km/2000 Hm im Ostertrainingslager Olbernhau, wobei nebenbei für Sirko’s Bergkarte ein neuer Anstieg in unmittelbarer Nähe von Jirkov erkundet wurde,
Neuer Kammanstieg: Damry-Pysna (geht bis Lesna aber nicht rennitauglich ab Pysna
Start: 378
End: 704m
Distanz: 3,45 km
9,3% im Schnitt, im oberen Teil immer steiler bis 18% direkt in Pysna
hatte ich mir für den 2. Tag vorgenommen bei unserem Chefberg des Erzgebirges, dem Meluzina (Wirbelstein) vorbeizuschauen. Da die Anstiege über Krasny Les und Srni gut bekannt sind, hatte ich den härtesten der 3 Varianten gewählt. Meluzina über Osvinov. Also nach ca. 60 km ging’s unten in Straz in den Berg. Rollte die ersten 2 km recht gut bis man die ersten Häuser oder was davon noch übrig ist ins Auge fasst. Der Ort Osvinov ist dann schon recht böse. Teilweise 22% Steigung aber wenigstens asphaltiert. In Osvinov nach der Pension Milan muss man rechts eine böse Rampe > 20% hoch, die dann am oberen Ende auch das Ende des asphaltierten Belages besiegelte. Über übelste Piste, die m. E. nur crossertauglich ist, hat man ca. 2 – 3 km zurückzulegen. Die armen Campagnolo Bora, müssen aber auch leiden bei mir. Naja als ich dann wieder auf die von Krasny Les kommende Straße stieß, zeigte der Meluzina noch sein freundliches Gesicht. Trockene Straße ohne Schnee. Aber dann ab 870m ü. NN wurde es immer schlimmer. Unbefahrbar besser gesagt. Mind. 20 cm Schnee auf der Straße. Denke das brauch noch 2 Wochen bis man da hoch kann.
Nachdem ich bereits gestern vom Schnee gestoppt wurde und die letzten Hm nach einer Crosseinlage mit der Lora zum Lesna schiebend genommen habe, hatte ich mir auf der Abfahrt vom Meluzina überlegt über Jachymov nach Bozi Dar zu fahren, um wenigsten 1 x die 1.000 Hm Marke zu knacken. Leider machte mir der Meluzina einen Strich durch die Rechnung. Während der echt rasanten Abfahrt knallte es kurz hinter Krasny Les wie noch nie erlebt und mein VR hatte ne gebrochene Speiche. Shit. Was nun ?
90 km von zu Hause in der übelsten Pampa jemanden anrufen und abholen lassen ? Fehlanzeige, das findet sowieso keiner und dauert ewig !
Also weiterfahren. Bin dann mit offener Bremse und eiernden VR zurück nach Chomutov auf der E 442 und dann noch die 500 Hm nach Reitzenhain hochgerollt. Dort hat mich dann der Freund meiner Schwester mit dem Auto eingeladen. Danke Carsten. Auf der Uhr standen damit anstatt der geplanten 180 km nur 145 km mit 2.500Hm.
Ja so war das mit dem Meluzina, hat er mir doch heute alles versaut. Nicht alles zum Glück. Dank dem Pulsschlag-Team in Olbernhau ist das Ostertrainingslager noch nicht beendet. Trotz nicht möglicher Reparatur meines High-End-Laufrades vor Ort hat mir der Dirk ohne Weiteres ein Ksyrium Equipe geliehen. Danke dafür ich werde es gut behandeln. Versprochen ich werde nicht mehr den Asphalt verlassen.
Am Samstag geht’s noch zum Klinovec sicher. Und auch die Region Annaberg mit Bernsbach und Markersbach wartet nicht mehr lang auf mich.
Formzustand net schlecht. Der Infekt ist weg juhu.
Heimat "light" vom 29.03.
Je nach Standort starteten die sechs Teilnehmer zwischen 7.15 und 9.00 Uhr zur ersten Qualifikationrunde für die erste Auflage der Elbspitze (-nonstop- Radmarathon von Dresden auf die Edelweißspitze am Großglocker über 587 Kilometer und drei Gebirge) die am 19. Juni 2009
über die Bühne gehen wird. Für die drei Dresdner und Alex aus Freital ging es gemeinsam ab dem "Blauen Wunder" Richtung Böhmisches Mittelgebirge. Sebastian stiess in Bad Schandau - Alex der aus Olbernhau die weiteste Anreise hatte, wartete am ersten richtigen Anstieg des Tages in "Rychnov" (knapp 500 Höhenmeter auf knapp 6 Kilometer) zwischen Decin und Usti. Danach folgten, u.a. mit der "Javorsky Vrch" sowie "Zezice" fünf weitere Anstiege von ähnlichem Kaliber bevor es ins Osterzgebirge ging. Der Anstieg nach Naklerov musste vor dem krönenden letzten und achtem grossen Tagesberg, dem Mückentürmchen noch genommen werden. Die Auffahrt ab Krupa zum östlichsten 800er des Erzgebirges forderte mit seinen über 600 Höhenmeter auf circa 6 Kilometern bei einer Steigung von fast zehn Prozent im Durchschnitt nochmals alles. Je nach Heimatort folgten im Vergleich zu dem Absollvierten noch jeweils zwei kleinere Anstiege (z.B. Maxen bzw. Klötzerberg). Alle sechs Elbspitzfahrer finishten die erste gemeinsame Qualifikation bravourös in circa zehn Stunden. Der Tagesbestwert lag bei 253 Kilometer mit 4.620 Höhenmetern. Nach den bisher seit Januar absolvierten jeweils 3.000 Rad-Kilometern eines jeden Elbspitzfahrers kann man sagen: Alle sind auf dem richtigen Weg zur Edelweißspitze am 19. und 20. Juni 2009.

| | 
|
Mückentürmchen - Alex(F), Alex(O), Sirko, Thomas & Sebastian | | Thomas & Jens im Anstieg |

| | 
|
Anstieg in Decin | | Rast bei Telnice - Alex, Thomas, Alex & Sirko |

| | 
|
Sirko im Böhmischen Mittelgebirge | | Kammweg von Fojtovice nach Cinovec |
Dresden - Liberec - Dresden vom 21.03.
Punkt 7 Uhr starteten wir bei minus 1 Grad Celsius mit unseren Velos in Richtung Osten. Auf dem Programm standen zunächst 90 km bis Zittau, die dank Windunterstützung mit einem Schnitt von 31,6 km/h absolviert waren. Nach kurzem Boxenstopp beim Bäcker fuhren wir an der Neiße entlang bis nach Liberec. Leider war der Jested (Jeschken), der Hausberg der Liberecer nicht bis zur Gipfelhöhe (1.012m) befahrbar, es lag noch Schnee auf der Straße ab ca. 830 m ü. NN, so dass wir nur über den Sattel rollten und uns in die Abfahrt nach Kyzany stürzten. Aber wir kommen wieder. Meinen Conti Competition auf dem Hinterrad haben die vielen Splitkörner auf der Abfahrt den Rest gegeben. Der musste runter, da half selbst die gute Dichtmilch nichts. Zum Glück hatte ich Ersatz dabei. Die letzten 130km heimwärts waren dann von ziemlich heftigen Gegenwind geprägt, der uns alle Körner abverlangte. Zu Hause standen je nach Standort der Teilnehmer zwischen 265 - 300 km auf dem Tacho.
 | |  |
Anfahrt aus Liberec zum Jested mit Basti | | Jested von West |
Jens's persönliches Trainingslager Mallorca 03/2008
Am 28.02. startete ich nach Mallorca um gleich am selbigen Tag die ersten Kilometer nach 14 tägiger wetterbedingter Abstinenz zu absolvieren. Als Ausgangspunkt hatte ich mir Palma ausgesucht, da von dort jede Ecke gut erreichbar schien. Am Ende musste ich mich eines besseren belehren lassen und das Cap Formentor vorerst ausplanen um es zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht noch einmal in Angriff zu nehmen. Am ersten Tag fuhr ich den Südwesten ab, indem ich Richtung Esporles das Tramuntana Gebirge ansteuerte. Auf der legendären MA10 fuhr ich bis Andratx um von dort über Es Capdella und Galilea nach Puigpunyent zu gelangen. In Palma wieder angekommen hatte ich auf 125km 1625hm zurückgelegt. Schon an diesem Tag merkte ich, dass man als Berghasser auf Malle die Berge lieben lernt. MIt jeder Serpentine, die man sich nach oben quält, fühlt man sich wie einer der TdF-Fahrer, der die Kehren im idealen Winkel schneidet um in Schwung zu bleiben. Da ich an vier aufeinanderfolgenden Tagen fahren wollte, musste ich mich nun am zweiten Tag zurückhalten und das Tempo moderat halten. Es trieb mich am 01.03. Richtung Südosten, anfangs eine Flachetappe, die mich gegen Ende auf den Puig San Salvador und den Puig Randa führten. Das Wetter war wie am ersten Tag sehr durchwachsen, doch schien am ersten Märztag die Sonne mehr und es regnete nicht mehr. In Palma angekommen standen 186km und 1605hm zu Buche. Am 02.03. stand die Bergetappe an, die aufgrund der Sperrung der MA10 bei Sa Calobra stark gekürzt wurde. So startete ich Richtung Alaro um zentral ins Tramuntana Gebirge nach Orient einzufahren. Nachdem dieser erste Anstieg geschafft war, ging es abwärts nach Bunyola um von dort aus die einzig wahre Passstrasse auf den Coll de Soller zu bezwingen. Abwärts in Soller angekommen, gings auf der MA10 Richtung Deia weiter. Kurz vor Valldemossa angekommen, zögerte ich ein wenig, nach Port de Valldemossa abzufahren, da man dorthin in eine Sackgasse abfährt um dann wieder 5km auf 7,3% aufsteigen musste. Am Ende war ich von dieser Strecke fasziniert und unterm Strich war dieser Routenabschnitt der prägsamste für mich. Weiter gings dann über Valldemossa nach Palma mit 138km und 2005hm auf der Uhr. Wie jeden Abend gings nach dem Abendessen und Tourauswertung ins Bett. Da es erst ab 8Uhr Frühstück gab, konnte ich mir Cap Formentor abschminken, da es zeitlich ohne Licht nicht mehr machbar gewesen wäre, dieses Highlight anzugehen. So fuhr ich am vierten Tag Richtung Inca um den Anstieg nach Lluc zu wagen. Auf der Hälfte des Anstieges fing es an zu regnen und die Teperaturen sanken auf 8 Grad. So richtig hörte es nicht mehr auf zu regnen und so fuhr im im kühlen Nass 4 Stunden über Pollenca, Inca und Llucmajor wieder nach Palma. Durchnässt hatte ich wohl verdient 145km auf 1270hm geschruppt. Nun hieß es erstmal Ruhepause, denn meine Freundin kam zum gemeinsamen Urlaub auf Malle nach. So wanderten wir 6 Tage lang durchs Tramuntana Gebirge und haben die Insel in über 27 Stunden zu Fuss vermessen und Seiten von dieser Insel gesehen, die man weder zu Rad noch zu Auto zu sehen bekommen würde. So bestiegen wir die 1365m hohe Massanella, die der zweithöchste Gipfel Mallorcas ist und der höchste öffentlich besteigbare. An diesem Tage trugen uns unsere Füße 1100hm und das bei rauhen Seitenwind und kühlen Temperaturen. Auf diesen Wanderungen hielt ich meine Beine fit, aber das reichte mir nicht, sodass ich mich noch zweimal auf eine Runde machte um den Puig Randa anzugreifen und zu sehen, was mir das Trainingslager gebracht hatte. So verbesserte ich meine 20er Zeit um 5 Minuten. An den beiden Tagen schruppte ich noch einmal 125km auf 1000hm. Mit einem Gesamtstand von 721km und 7500hm trat ich den Heimweg an. Eines weiß ich nach diesem Urlaub sicher. Ich habe mich am Berg verbessert, habe Malle lieben gelernt und werde wiederkommen. Ziele wie Cap Formentor, Betlem oder Sa Calobra warten noch auf mich. Auch das ein oder andere Wanderziel muss noch begutachtet werden, obwohl meine willenstarken Freundin und ich schon die grossen Highlights wie das Torrent de Parreis oder die besagte Massanella abhaken konnten. DER SOMMER KANN KOMMEN.....
 | |  | |  |
Kurze Poserrast | | Puig Randa | | Kehren hoch zum Puig Randa |
 | |  | |  |
Thomas erblasst vor Neid | | einfach nur Traum | | genau mein Terrain ! |
14.03.2009 - Das Training schreitet voran !
Bei traumhaften Wetterprognosen starteten F-Alex und Thomas um 8 Uhr in Dresden zur ersten Tour des Jahres in das Mittlere Erzgebirge, was ca. 80 km südwestlich von Dresden liegt. Mit Steffen, Enrico, Ralf und Ferrero hatten wir 4 Radsportler aus dem Cielab-Forum dabei. Am Tharander Wald vorbei spulten wir über durch das Bobritzsch-, Mulden- und Bielatal Kilometer um Kilometer ab bis Olbernhau, wo wieder feine Sprinteinlagen an den Ortschildern ausgefochten wurden. 100% an die Elbspitzer !
Inzwischen ist auch O-Alex zu uns gestoßen und bei ihm daheim wurden wir lecker beköstigt. Vielen Dank an Mama Steiner.
Ab Olbernhau wurde es dann etwas hügeliger und winterlicher. Am Rungstock auf knapp 800m ü. NN wo uns unser Alex unbedingt hochscheuchen wollte, habe ich sogar mehrere 100m mein Rad geschultert. Die Putzlappen sind schon ganz heiß in der Garage und warten auf mich.
Nach CZ ging es dann zügig mit über 80 km/h die alte Chomutovabfahrt runter. Ein Traum für jeden Abfahrer. Ab Chomutov die Europastraße bis Litvinov mit Rückenwind und über 40 km/h hoben den Schnitt etwas. Erzgebirgskammüberquerung ab Hrob über Nove Mesto am Stürmer (Bournak). Hier zeigte sich, das wir schon ganz gut im Saft stehen, da nach ca. 170 km fast 500 Höhenmeter zu nehmen waren.
Was bleibt:
Die Form kommt sowohl in der Ebenen als auch am Berg. Ich fühle mich auf gutem Weg. F-Alex macht mir einen sehr spritzigen Eindruck. O-Alex tut alles für eine ansteigende Formkurve. Jens wird nach seinem Mallorcatrip nä. Wochenende von mir auf Herz und Nieren geprüft. Um Sirko und Sebastian, unsere Besten, mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Weiter so Jungs, lasst nicht locker, die Elbspitze rückt näher !!!
Zu guter letzt standen gestern 243 km und knapp 3.000 Höhenmetern bei frühlingshaften Temperaturen auf dem Tacho.
Jahreskilometerstand ca. 2.500
Euer Thomas

| | 
| | 
|
Alex (F) am Rungstockanstieg | | in Chomutov (CZE) | | Thomas auf der Kuppe des R-Anstiegs |
 | |  |
F-Alex im Muldental | | O-Alex im Anstieg |
08.03.2009 - ambitionierter Bergtest mit den Crossrädern im Hexenkessel
Während unser Jens die Frühlingssonne auf Mallorca genießt und Alex (O) arbeiten muss, starteten Sebastian, Sirko, Alex (F) und Thomas mit den Cross- bzw. Wintergurkenrädern zu einem ersten Bergtest. Dabei haben wir uns eines unserer Lieblingstrainingsgebiete, nämlich die Elbhänge zwischen Decin und Usti nad Labem ausgesucht. Dieses Gebiet nennen wir Hexenkessel, dort gibt es Unmengen an Anstiegen mit mehr als 400 Höhenmetern, heftige Steigungen und natürlich Landschaft pur.
Heute haben wir mit der Belska, Javorsky vrch, Jaluvci und Telnice-Naklerov insgesamt 1.850 Höhenmeter auf 155 km in den Knochen. Mit den deutlich trägeren und schwereren Winterrädern ist das ein ziemlich dickes Programm bei für die Jahreszeit aber guten Bedingungen bis 11 Grad Celsius.
 | |  |
Elbe bei Schmilka | | Blick zum Sneznik |
01.03.2009 - Frühjahrtour nach Liberec zur Ski-WM
Am Sonntag starten wir punkt sieben Uhr am Schillerplatz in Dresden zu unserer Start in den Frühling Tour nach Liberec zur nordischen Ski-Weltmeisterschaft - Streckenlänge knapp 300 Kilometer.
Bericht (Thomas):
Als ich heute morgen 05:45 Uhr aufstand und meine Vorbereitungen (Frühstück, Verpflegung packen etc.) tätigte, freute ich mich auf eine Frühlingstour zum Jested bei angenehmen Temperaturen und insbesondere Trockenheit und vielleicht ein paar Sonnenstrahlen. Nach langer Zeit also sollte endlich angenehmeres Rennrad fahren möglich sein, ohne zu frieren. Der Blick aus dem Fenster zeigte (noch!) nasse Straßen und 4 Grad über Null. Los gings pünktlich Richtung Osten. Aber ab Bad Schandau begann es aus den verhangenen Wolken zu nieseln, jeden Kilometer weiter etwas stärker. In Hrensko (Grenzübergang in der Sächsischen Schweiz) regnete es Bindfäden vom Feinsten. Egal, in der Hoffnung auf die Wahrheit des Wetterberichtes fuhren wir mutig weiter. Kurzzeitig etwas besseres Wetter lies uns wieder hoffen aber ab dem Sattel zwischen Ceska Kamenice und Novy Bor ging gar nichts mehr. Auf 550 m ü. NN 3 Grad, Nebel und drei durchgefrorene pitschnasse Radfahrer. Dazu noch ein Speichenbruch bei O-Alex zwangen uns schlussendlich zur Umkehr.
In Summe zwar wieder etwas über 200km und einige feine Sprints mit Alex, aber eben kein Frühling auf dem Rennrad und kein Blick auf den wunderschönen Jested.

| | 
|
Thomas macht die Socken trocken | | vor der Bastei auf dem Rückweg - Alexe |
